Flandern stockt den Corona-Notfonds auf fast 300 Mio. € weiter auf

Die flämische Landesregierung erhöht den Notfonds zum Abfedern der negativen Folgen der Coronakrise von 200 Mio. € auf 296 Mio. € auf. Diese Mittel, auch die jetzt neu eingespeisten Gelder, sind konkret für die Bereiche Kultur, Jugend und Sport vorgesehen. Darin enthalten sind auch noch 31 Mio. € an Krediten. Ein Teil dieses Geld wird über die Städte und Gemeinden verteilt, denn diese haben nach Angaben von Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA - Foto) einen genaueren Blick auf die Sorgen und Nöte dieser Bereiche vor Ort.

Der Notfonds der flämischen Landesregierung soll die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise auffangen und hier konkret bei Unternehmen und Organisatoren aus den Bereichen Kultur, Tourismus, Sport und Jugend.

Bisher waren 200 Mio. € für diese Bereiche in dem Notfonds vorgesehen, doch jetzt wurde die Summe auf 295 Mio. € aufgestockt. 265 Mio. € sind direkte Zuschüsse. Hinzu kommen weitere 31 Mio. € an Geldern für Kredite, die die Nutzer allerdings zurückzahlen müssen. 65 Mio. € fließen direkt an die Kultur.

Verteilung auch über die Kommunen

87 Mio. € aus diesem Fonds werden über die flämischen Kommunen vergeben, die damit die oben genannten Bereiche auf lokaler Ebene weiter fördern können. Ministerpräsident Jambon sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Die Städte und Gemeinden haben eine bessere Sicht auf die Sorgen und Nöte in diesen Bereichen als wir hier von Brüssel aus.“

Aus diesen 87 Mio. € gehen auch 3 Mio. € an flämische Organisationen in der Region Brüssel-Hauptstadt. Weitere 10 Mio. € gehen an die Sportverbände und an Veranstalter von Sportevents. Für den Jugendbereich sind 16 Mio. € vorgesehen, von denen ein Teil über die Kommunen vergeben wird.

Weitere Aktoren

Auch die Medien profitieren davon und zwar genauer die öffentlich-rechtlichen Medien bzw. Medien, die über Zuschüsse vergeben werden. Unser Haus, der flämische Rundfunk VRT, erhält 3,8 Mio. € und die regionalen TV- und Radiosender in Flandern erhalten die gleiche Summe. Hier aktive audiovisuelle Fonds oder Verbände, lokale Radios, die via Internet senden und sogenannte „strukturelle Partner“ in diesen Bereichen können ebenfalls Zuschüsse aus diesem Fonds beantragen.

Auch schwer von der Coronakrise betroffene Sektoren, wie der Tourismus, der völlig weggebrochen ist, und die von Pflanzen und Ernte abhängigen Bereiche in der Landwirtschaft können aus diesem Notfonds Hilfe beantragen. Genannt sind hier z.B. der Zierpflanzensektor und die Kartoffelbauern.

Tourismus und Mobilität

Breit gefächert ist die Unterstützung für den Tourismus. Hier fließen flandernweit 30 Mio. € in Projekte, die sich vor allem um Ferien im eigenen Land für Bedürftige kümmern. In Flandern sind rund 175.000 Personen direkt von Armut betroffen und das Land möchten diesem Personenkreis ermöglichen, Urlaub zu machen. Weitere Mittel fließen in Ferien für Menschen mit Einschränkung und für Personen, die nach langer Krankheit in die Reha müssen (z.B. nach einer Coronaerkrankung und langer künstlicher Beatmung).

Im Bereich Verkehr und Mobilität sind 47 Mio. € vorgesehen, von denen 5 Sektoren in Flandern profitieren können: Die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn, der Reisebussektor, der Taxisektor, die alternativen Verkehrsangebote (Carsharing, Stadteil-Fahrräder usw.) und die regionalen Flughäfen in Flandern. 

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