Brussels Airlines: Bald wieder Gespräche zwischen der Lufthansa und der belgischen Regierung?

Die Verhandlungen zwischen der belgischen Bundesregierung und der Lufthansa laufen bald wieder an. Belgiens Finanzminister Alexander De Croo (Open VLD) hofft damit eine Lösung für die auch durch die Coronakrise notleidende Lufthansa-Tochter Brussels Airlines zu finden. Nach einem Treffen mit Lufthansa-CEO Carsten Spohr nahmen die Kontakte langsam wieder ab, wohl auch, weil die deutsche Fluggesellschaft mehr oder weniger gleichzeitig mit der Regierung Merkel und der EU in Sachen Unterstützung verhandelte.

In letzter Zeit hatte die belgische Bundesregierung immer weniger Kontakt mit der Führung der Lufthansa, denn die Brussels Airlines-Mutterholding führte Gespräche und Verhandlungen zu einer Unterstützung auch mit der deutschen Bundesregierung und der EU-Kommission. Jetzt, da von dieser Seite her ein Abkommen steht, sollen die Kontakte mit Belgien wieder anlaufen bzw. wieder aufgenommen werden. 

In welcher Form diese Hilfe von Seiten des belgischen Staates erfolgen werden, ist für Finanzminister De Croo nicht das Wichtigste, wie er im zuständigen parlamentarischen Ausschuss in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments sagte.

Es sei und bleibe vor allem wichtig, dass unser Land über einen Mechanismus verfügen könne, der es ermöglicht, den Businessplan der Lufthansa im Hinblick auf Brussels Airlines in einer ersten Instanz im Auge behalten zu können.

Belgien bezahlt nicht die Umstrukturierung

Dieser Plan müsse dafür sorgen, dass Brussels Airlines nachhaltig wieder in die Gewinnschiene finden könne, so De Croo. Der belgische Finanzminister erinnerte aber auch wieder daran, dass Mittel aus der belgischen Staatskasse für die Entwicklung der belgischen Aktivitäten genutzt werden müssen: „Die Umstrukturierungskosten müssen vom Unternehmen selbst und von seiner Mutterholding getragen werden und nicht vom belgischen Staat.“

Was diesen Plan selbst betrifft, gab Finanzminister De Croo im Parlamentsausschuss zu verstehen, könnte es vielleicht auf weniger Entlassungen herauslaufen als geplant, auch wenn dies im Augenblick noch nicht genau geklärt sei, da die entsprechenden Sozialverhandlungen noch laufen würden. Doch diese erweisen sich als sehr zäh, wie aus Kreisen der Verhandlungspartner her angedeutet wurde. 

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