Premierministerin Sophie Wilmès (Archivfoto aus dem Radio-1-Nachrichtenstudio)

Premierministerin Wilmès: "Ziel ist nicht, die Privatsphäre zu kontrollieren"

Premierministerin Sophie Wilmès (MR - Foto) sagte am Donnerstagmorgen gegenüber VRT NWS, dass die neuen Lockerungen, die am Vortag bekanntgegeben wurden, nicht zum Ziel haben, dass jetzt die Privatsphäre der Bürger in Belgien kontrolliert werde, weil jetzt auf privater Ebene viel mehr möglich ist, als bisher, auch und gerade im Bereich der persönlichen Kontakte.

„Wir wollen den Leuten ihre Freiheit so weit wie möglich zurückgeben. Das ist möglich, weil sich die gesundheitliche Situation deutlich verbessert hat, doch es ist wichtig, dass sich die Menschen an einige Regeln halten“, so Wilmès im VRT-Frühstücksradio. 

Mit diesem Regeln sind sogenannten „goldenen Regeln“ gemeint, die die Hygiene und die Abstandsregeln betreffen, die auch in der aktuellen offiziellen Liste des Corona-Krisenzentrums der belgischen Bundesregierung aufgelistet sind, die unsere Leser hier in deutscher Sprache konsultieren können.

Bei Kindern werde eine Ausnahme gemacht, so die Regierungschefin auf Zeit, deren Laufzeit mit dem Ende der Notregierung im September ausläuft: „Das Risiko für Kinder bis 12 Jahren ist sehr klein. Kinder müssen Kind sein dürfen. Sie brauchen sich nicht mehr am ‚social distancing‘ aufzuhalten.“ Und, so Wilmès weiter, ab dem 8. Juni dürfe man auch wieder „auf einer Bank sitzen“, was Bundesinnenminister Pieter De Crem (CD&V) noch am Vortag auf Anfrage verneinte…

Seit dem Treffen des erweiterten Nationalen Sicherheits- und Krisenrates am Mittwoch in Brüssel gelten einige neue Regeln und vieles andere wurde deutlich abgeschwächt (siehe nebenstehenden Beitrag). Auf die Frage, wie dies alles kontrolliert werden könne, gab die Premierministerin zu verstehen, dass das Ziel nicht sei, die Bürger des Landes zu gängeln: „Es ist nicht unser Ziel, die Menschen in ihrer Privatsphäre zu kontrollieren. Das möchte ich nicht. In Parks und auf Plätzen werden wir kontrollieren, ob sich nicht mehr als 10 Personen in einer Gruppe dort aufhalten. Aber Lockdown-Partys bleiben weiter verboten. Eine große Fete mit viel Krach? Da wird die Polizei sehr wohl gegen vorgehen.“ 

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