Belgiens Wirtschaftswachstum erlebt den schwersten Rückschlag seit dem Zweiten Weltkrieg

Die belgische Wirtschaft wird in diesem Jahr durch die Coronakrise laut den jüngsten Zahlen des staatlichen Planbüros um bis zu 10,6 % sinken. Das Planbüro und die Belgische Nationalbank (BNB) gingen noch im April von einem Minus von 8 % für 2020 aus, doch jetzt muss dieser Wert weiter nach unten korrigiert werden. Dies ist in dieser Höhe seit dem Zweiten Weltkrieg in unserem Land nicht mehr so vorgekommen.

Diese Zahlen muten dramatisch an, doch für 2021 soll zumindest teilweise schon eine Erholung eintreten, denn für dann soll das Wirtschaftswachstum wieder um bis zu 8,2 % nach oben klettern, doch das laufende Jahr kann wohl kaum noch wettgemacht werden, so Experten.

Das größte Problem ist in dieser Hinsicht auch langfristig die Beschäftigung. Dieses Jahr gingen oder gehen noch belgienweit 34.000 Jobs verloren und im nächsten Jahr weitere 77.000 und dies trotz aller Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen, die bisher getroffen wurden. Doch die Beschäftigung kann den Folgen der wirtschaftlichen Krise durch Corona nicht entkommen. Viele der Arbeitnehmer, die derzeit auf Kurzarbeit sind, werden ihren Job wohl leider tatsächlich noch verlieren.

Die Zahlen und die deutlichen Unterschiede im Laufe nur eines Monats belegen, wie schwierig es derzeit auch für Wirtschaftsfachleute ist, Prognosen zu erstellen. In diesen Coronazeiten liegen viel mehr volkswirtschaftliche Unsicherheiten vor, als zu normalen Zeiten. Und dann schwebt immer noch die Angst vor einer zweiten Covid-19-Welle durch den Raum, was eine Analyse und Vergleiche mit dem Ausland noch schwieriger gestaltet.

Auf Basis der vorliegenden Zahlen von Planbüro und Natinalbank schätzt Belgiens Haushaltsminister David Clarival (MR), dass sich das Haushaltsdefizit unseres Landes dieses Jahr auf mindestens 40 bis 45 Mia. € belaufen wird.