Nicolas Maeterlinck

Gerichtsurteil: Kater Lee darf am Leben bleiben

Vor einigen Wochen musste die flämische Studentin Selena Ali Peru, wo sie sich im Rahmen ihres Studiums aufhielt, mehr oder weniger aufgrund der Corona-Pandemie in Richtung Heimat verlassen. Sie nahm ihren Kater Lee, eine Straßenkatze, der sie dort das Leben gerettet hatte, mit. Doch damit verstieß die Studentin gegen Quarantäneregeln und löste einen juristischen Kleinkrieg mit der belgischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (FAVV) aus. 

Die FAVV ordnete umgehend an, dass der peruanische Kater umgehend eingeschläfert werden müsse, denn er trage möglicherweise den Tollwut-Virus in sich. Die Studentin hatte den Kater nicht lange genug in Quarantäne setzen können, auch weil sie damit rechnete, das Tier hier in Belgien weiter in Quarantäne setzen zu können, bis die Tollwut-Gefaht gebannt ist. Doch das war hier nicht möglich, wie die Lebensmittelbehörde, die auch für solche Fälle zuständig ist, angab.

Selena Ali weigerte sich, Kater Lee einschläfern zu lassen und versteckte das Tier. Damit löste sie eine juristische Verfolgung durch die FAVV aus und ein diplomatisches Hin und Her, in das sich Politiker und auch die Botschaften Perus in Brüssel und Belgiens in Peru beteiligten.

Letztendlich urteilte ein Gericht jetzt, dass Kater Lee nicht eingeschläfert werden müsse und die Lebensmittelagentur unterlag. In der Urteilsbegründung gab das zuständige Gericht an, die FAVV habe nicht alle Möglichkeiten genutzt, um den Kater in Quarantäne setzen zu lassen. Eine tödliche Spritze sei hier das allerletzte Mittel zur Lösung und nicht das erste oder das einzige.

Inzwischen geht die Studentin Selena Ali, die von zahlreichen Tierschützern und Tierschutzverbänden unterstützt wird, auf eigenen Kosten nach Peru zurück, um ihren Kater mithilfe der peruanischen Botschaft in Brüssel dort solange in Quarantäne zu setzen, bis er legal nach Belgien einreisen darf.

Ihr Anwalt sagte zu dem Urteil: „Wir haben jetzt alles offiziell auf Papier. Offizieller kann das nicht mehr werden. Ich glaube, dass das die beste Lösung für alle ist. Die Volksgesundheit bleibt damit gewährleistet.“ Allerdings riskiert seine Mandantin noch ein Verfahren, weil sie illegal mit dem Tier in Belgien eingereist ist. Sie verweigere sich dem auch nicht so ihr Anwalt, doch „ich muss darauf hinweisen, dass diese Angelegenheit in der Coronakrise für außergewöhnliche Umstände gesorgt hat.“ 

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