Leichter Anstieg in der belgischen Corona-Statistik, doch im Allgemeinen sinken die Werte

In den vergangenen 24 Stunden starben in Belgien 29 Personen an den Folgen einer Infizierung mit dem Coronavirus Covid-19. 140 Personen infizierten sich wieder mit dem Virus. In den vergangenen Tagen lag diese Zahl noch unter 100 Neu-Infizierungen. Inzwischen soll 6,9 % der belgischen Bevölkerung Antistoffe gegen das Virus entwickelt haben, wie aus jüngsten Forschungsergebnissen ersichtlich ist. 

In den letzten 24 Stunden wurden den belgischen Gesundheitsbehörden 140 neue Infizierungen mit Covid-19 gemeldet. Das sind deutlich mehr als am Vortag, doch es wurden seit Donnerstag auch fast 12.000 Personen getestet, was ebenfalls viel mehr ist, als in den vergangenen Tagen. Virologe Steven Van Gucht vom Corona-Krisenzentrum in Brüssel sagte dazu: „Der allgemeine Trend geht weiter in Richtung sinkender Zahlen und geht um 8 % pro Tag zurück.“ Bisher haben sich offiziellen Angaben zufolge 58.907 Personen mit Covid-19 angesteckt.

Seit Donnerstag sind auch wieder 29 Patienten an den Folgen dieser Infizierung gestorben, eine Person mehr als am Vortag. Damit starben bisher 9.566 Menschen in unserem Land an Covid-19.

In den Krankenhäusern geht die Zahl der Patienten jetzt deutlich und anhaltend zurück. Während in den letzten 24 Stunden 32 Patienten neu aufgenommen werden mussten, konnten 64 Patienten nach Hause oder in die Reha gehen. Insgesamt durften seit Ausbruch der Epidemie in Belgien 16.112 Patienten entlassen werden. Derzeit liegen genau 700 Coronapatienten in Belgien in Krankenhäusern, 37 weniger als am Donnerstag. 137 dieser Patienten werden auf Intensivstationen behandelt - 8 weniger als am Vortag, doch 73 von ihnen müssen künstlich beatmet werden.

Deutlich sinkende Zahlen

Virologe Steven Van Gucht (Foto unten) sagte am Rande des täglichen Pressebriefings des Krisenzentrums, dass die Zahlen in den vergangenen Tagen deutlich sinken und er gab an, dass die Statistik auf Wochenbasis in der letzten Maiwoche sowohl im Bereich der Neuinfizierungen, als auch bei den Krankenhausaufnahmen jeweils um 29 % zurückgegangen ist. Innerhalb von nur einer Woche sei auch die Zahl der Patienten auf Intensivstationen um 35 % zurückgegangen und die Zahl der Sterbefälle nahm währenddessen um 31 % ab.

Van Gucht ging auch auf die Coronatests ein: „Auch der Prozentsatz der positiven Tests ist gesunken. Dieser liegt jetzt unter 2 %. Während der Spitzenzeit der Krise lag diese Zahl noch bei rund 30 %.“

Der Virologe ist der Ansicht, dass diese Werte alle rückläufig sind, weil sich die Menschen im Land an die Regeln gehalten haben: „Das hat dafür gesorgt, dass der Sicherheitsrat wieder mehrere Lockerungen ankündigen konnte. Doch die Verantwortlichkeit, um das Virus weiter einzudämmen, liegt jetzt mehr denn je bei uns Bürgern. (…) Das Virus ist noch immer nicht verschwunden. Es zirkuliert noch immer und ist noch immer so gefährlich, wie davor. Genießen Sie ihre Freiheit aber respektieren Sie bitte weiter die Basisregeln.“

Steven Van Gucht bittet weiterhin darum, auch und gerade mit den sozialen Kontakten vernünftig umzugehen.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter) 

Virologe Steven Van Gucht

Rund 60 % der Intensiv-Patienten in Belgien haben überlebt

Fast 60 % der Patienten, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten und die auf Intensivstationen behandelt werden mussten, haben diese schwere Krankheit überlebt, wie die frankophonen Tageszeitungen La Libre Belgique und La Dernière Heure berichten.

Aber, 57 % der Covid-19-Patienten, die künstlich beatmet werden, also intubiert werden mussten, starben am Ende doch an den Folgen dieser Infizierung.

Die beiden Blätter berufen sich bei ihrer Berichterstattung auf Erhebungen der staatlichen belgischen Gesundheitsbehörde Sciensano und auf die Antwort von Bundesgesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) auf eine parlamentarische Anfrage.