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Weitere Festnahmen im Fall des entführten 13-Jährigen in Genk

Im Fall des während 42 Tagen entführten 13 Jahre alten Jungen aus Genk in der Provinz Limburg gehen die Ermittlungen weiter. Jetzt wurde das Elternhaus des Hauptverdächtigen in Maaseik durchsucht. Dabei ist offenbar auch dessen Schwester festgenommen worden. Die sechs Verdächtigen, die letzte Woche verhaftet wurden, müssen sich vor der Ratskammer von Tongeren verantworten.

Nach Meldungen der regionalen Tageszeitung Het Belang Van Limburg wurden am Freitag insgesamt drei Personen in Zusammenhang mit dem Entführungsfall festgenommen, darunter angeblich auch die Schwester des Hauptverdächtigen, dem bereits vorbestraften islamistischen Radikalen und der Terrorgruppe IS nahestehenden Khalid Bouloudo. Die jetzt festgenommenen Verdächtigen müssen sich am kommenden Dienstag vor dem Haftrichter verantworten. 

Die sechs bereits in Haft befindlichen Verdächtigen mussten sich an diesem Freitag vor der Ratskammer im limburgischen Tongeren verantworten. Dabei ging es um eine Verlängerung der Untersuchungshaft. Für zwei Brüder aus Antwerpen wurde die U-Haft bereits verlängert. Über die Untersuchungshaft der  vier weiteren Verdächtigen wird in der kommenden Woche entschieden.

Den Verdächtigen wird vorgeworfen, während 42 Tagen einen 13 Jahre alten Jungen aus einer Familie aus Genk (Limburg), die in Zusammenhang mit umfassendem Drogenhandel Polizei und Justiz bestens bekannt ist, entführt und in einem Haus im nahegelegenen Houthalen-Helchteren festgehalten zu haben, um Lösegeld zu erpressen. Beobachter gehen davon aus, dass dieses Geld zur Finanzierung von terroristischen Aktivitäten verwendet werden sollte.

Als Drahtzieher und Hauptverdächtiger der Kindesentführung gilt der 45 Jahre alte Khalid Bouloudo, der wegen verschiedener islamistischer Aktivitäten vorbestraft ist, u.a. wegen der Finanzierung von terroristischen Aktivitäten und der Rekrutierung von Kämpfern für IS. Im Mai 2019 war Bouloudo von einem Brüsseler Berufungsgericht zu 3 Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden (eine Verminderung einer erstinstanzlichen Strafe von 15 Jahren Haft).

Nach seiner Verurteilung konnte sich Bouloudo aber den Bewährungsauflagen und der Beobachtung der Geheimdienste entziehen und weiterhin kriminelle Aktionen planen und umsetzen, wie eben diese Entführung. Bei fünf der insgesamt sieben bisher verhafteten Verdächtigen (eine Person wurde unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt) soll es sich um radikale Islamisten handeln.