“Black Lives Matter“: Kundgebungen in Antwerpen, Gent und Brüssel

Fast 700 Menschen versammelten sich am gestrigen Samstagnachmittag auf dem zentralen Groenplatz in der  Antwerpen Altstadt, um gegen den Tod von George Floyd zu demonstrieren, einem Afroamerikaner, der bei seiner Verhaftung am 25. Mai in Minneapolis, USA, von einem Polizeibeamten erstickt wurde. Weitere Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt fanden an diesem Sonntag in Antwerpen, und Gent statt. Vor dem Justizpalast in Brüssel erwarten die Organisatoren am Sonntagnachmittag 5.000 Personen (mit Gesichtsmasken). 

Auf dem Steenplein in Antwerpen trafen sich am Sonntagmittag 1.200 Menschen zu einer Aktion "Black Lives Matter" (Foto im Text). Das bestätigte die Antwerpener Polizei. Die Teilnehmer hielten sich im Allgemeinen an die Corona-Maßnahmen.

In den sozialen Medien rief die Gruppe "Belgian Youth Against Racism" (dt.: Belgische Jugend gegen Rassismus) in der vergangenen Woche zu Kundgebungen in verschiedenen Städten auf. In Antwerpen hatten die Stadt und die Polizei keine Genehmigung erteilt, aber die Aktion wurde trotzdem veranstaltet. Im letzten Moment wechselte der Standort von der Groenplaats zum Steenplein.

Die Mehrheit der 500 bis 700 Demonstranten, die sich schon am gestrigen Samstagnachmittag auf dem Groenplatz  in Antwerpen versammelt hatten, hatten die im Kampf gegen das Coronavirus auferlegte Regel der 1,5-Meter-Distanz eingehalten. Diejenigen, die dies nicht taten, wurden von der Polizei zur Ordnung gerufen.

Zwei Personen, die sich als Organisatoren der Aktion vorstellten, wurden mit einer Verwaltungsstrafe belegt, da die Polizei und die Stadt die Kundgebung wegen der geltenden Gesundheitsvorschriften verboten hatten.

900 Demonstranten legen ihren Schuh um die Statue von Albert I. in Gent

Auch in Gent haben etwa 900 Menschen am Sonntagmittag gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Sie versammelten sich gegen 12.30 Uhr an der Statue von König Albert I. im Zuidpark (Foto, oben). Dort platzierten sie jeweils einen Schuh. Die Aktion war eigentlich verboten, aber die Polizei griff nicht ein.  Die Organisatoren von Youth Against Racism werden wahrscheinlich mit einer Geldstrafe rechnen müssen.

"Normalerweise war beabsichtigt, dass alle ihre Schuhe einfach zurücklassen würden und dass wir danach über Instagram unsere Botschaft verbreiten würden, aber alle blieben einfach stehen", sagte Gilles Mbiye-Beya von Youth Against Racism. "Jeder konnte sehen, dass es friedlich verlief. Alle blieben ruhig, hielten Abstand und trugen eine Mundmaske.  Ich werde die Statue, auf der mit Kreide Slogans angebracht wurden, gleich reinigen". 

Auf die Reden folgte ein langer Applaus, der 8 Minuten und 46 Sekunden dauerte. Das ist die Gesamtdauer der Qualen des Amerikaners George Floyd, der in Mineapolis von vier Polizisten getötet wurde.

Sonntagnachmittag: Demo vor dem Justizpalast in Brüssel

Eine weitere Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd ist für diesen Sonntag zwischen 15.00 und 16.30 Uhr auf dem Poelaert-Platz in Brüssel geplant. Die Organisatoren dieser Protestaktion, erwarten etwa 5.000 Teilnehmer. 

"Es wird unter anderem vom Wetter abhängen. Wir raten jedem, eine Mundmaske zu tragen und Hygiene und soziale Distanzierungsmaßnahmen so weit wie möglich zu respektieren", sagte Muamba Bakafua.

Die Brüsseler Polizei hatte die Demonstration zunächst wegen der Corona-Maßnahmen verboten. Nach Rücksprache mit den Organisatoren, die als konstruktiv bezeichnet wurde, wird die Kundgebung nun doch toleriert. Aber sie darf sich nicht vom Platz bewegen und muss die Regeln der Hygiene und der sozialen Distanz respektieren.

Die Organisatoren haben etwa hundert Stewards eingeplant, um diese Regeln durchzusetzen, sowie ein medizinisches Team. Tausende von Masken sind ebenfalls vorgesehen. Muamba Bakafua versteht die Kritik gegen die Demo, betont aber, dass "dies ein sehr wichtiger Moment für uns ist". Er hofft, dass die Demonstrationen, die derzeit weltweit in vielen Städten stattfinden, dem Kampf gegen den Rassismus neuen Schwung verleihen können.