Krawalle nach erst friedlicher Black Lives Matter-Demo in Brüssel: Einige Läden geplündert

Am heutigen Sonntag fand in Brüssel eine Black Lives Matter-Kundgebung gegen Rassismus und Polizeigewalt statt. Nach Angaben der Polizei waren 10.000 Personen anwesend. Danach kam es an verschiedenen Orten zu Unruhen, unter anderem im Matongé-Viertel, dem afrikanischen Viertel Brüssels. Einige Geschäfte wurden geplündert.

Nach der Demonstration auf dem Poelaertplatz vor dem Justizpalast in Brüssel brachen im Matongé-Viertel und an der Naamsepoort-Kreuzung Unruhen aus. Die Kundgebung auf dem Platz selbst verlief ruhig und ohne Zwischenfälle, aber danach begaben sich einige der Demonstranten in das Matongé-Viertel und begannen dort Amok zu laufen.

Chaoten legten Feuer. Die Polizei vertrieb sie und setzte den Wasserwerfer ein, um das Feuer zu löschen. Es soll auch Tränengas eingesetzt worden.

Der Wasserwerfer wurde zuerst an der Naamsepoort (Porte de Namur) aufgestellt, und es kostete die Polizei viel Mühe, ihn durch die Menge, die sich dort versammelte, zu manövrieren.

Vorort kam es zu Konfrontationen zwischen der Polizei und den anwesenden Vermummten. Die Polizei wurde mit allerlei Gegenständen beworfen und musste offensiv eingreifen. Es wurde auch ein Hubschrauber eingesetzt.

"Verschiedene Geschäfte sind beschädigt worden", sagt Ilse Van De Keere, Sprecherin der örtlichen Polizei in Brüssel. Unser Reporter vor Ort stellt auch fest, dass die Schaufenster von Luxusgeschäfte eingeschlagen und geplündert wurden. "Im Elsensesteenweg wurden Mülleimer und Pappe in Brand gesteckt", sagt Van De Keere.

Hierunter ist zu sehen, wie der Wasserwerfer zum Einsatz kommt. (Quelle: Youssef Kobo):

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Diese Bilder zeigen, wie ein Jimmy-Choo-Geschäft auf der Waterloolaan leer geraubt wird (Quelle: Yassin Akouh). Auch ein Geschäft von Foot Korner wurde geplündert: 

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Hier eine Zusammenfassung verschiedener Aufnahmen der Krawalle:

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Verhaftungen von Randalierern in Brüssel

Dutzende von Randalierern wurden in Brüssel verhaftet, nachdem der weitgehend friedliche Anti-Rassismus-Protest dort am Abend entgleist war. Dies wird von der Brüsseler Polizei gemeldet.

Die Verhaftungen waren gegen 21:00 Uhr noch im Gange. Während der Unruhen wurden mehrere Geschäfte geplündert, aber die Polizei ist noch nicht in der Lage, das Ausmaß der Schäden zu beurteilen. 

Es wurden bereits 150 Personen verhaftet. Dies berichtet der Bürgermeister von Brüssel, Philippe Close (PS). 

In Antwerpen: 100 bis 150 Demonstranten erhalten eine Geldstrafe wegen Nichteinhaltung der Abstandsregeln

Nach der heutigen Black Lives Matter-Demo auf dem Steen in Antwerpen sei eine "große Gruppe Teilnehmer Richtung Groenplatz gegangen", berichtet die Antwerpener Polizei. Nach Angaben der Polizei gab es Gespräche mit der Gruppe, weil die Distanzregeln nicht eingehalten wurden. 

Zweimal wurden sie über Lautsprecher aufgefordert, den Platz zu verlassen, sagte Sprecher Wouter Bruyns. "Eine kleine Gruppe reagierte hierauf wie verlangt. Die anderen wurden zur Identifizierung an das Polizeirevier überwiesen und erhalten eine Geldstrafe". Mindestens 3 Busse von De Lijn wurden zu diesem Zweck eingesetzt. Zwei Personen wurden mit Handschellen gefesselt, weil sie Widerstand leisteten. 

Bilder in sozialen Medien zeigen, wie die Demonstranten - meist junge Menschen - auch im Bus dicht beieinander stehen müssen. Zeugen sagen, dass sie zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, wohin sie gebracht werden. 

Nach Angaben eines Zeugen vor Ort blieb nach dem Anruf der Polizei nur wenig Zeit, den Platz zu verlassen. Bei ihrer Ankunft auf der Polizeistation wurden einige Minderjährige für eine Weile in einer Isolierzelle untergebracht, was ihnen "hart und unverhältnismäßig" erschien. 

Die Antwerpener Polizei erhielt zahlreiche Reaktionen auf die Aktion. "Wir verstehen, dass dies seltsam erscheint, aber diese Leute waren gewarnt worden", sagt ihr Sprecher. "Sie wurden sehr oft gewarnt", heißt es. "Wir begleiteten sie mit weicher Hand zum Bus. Wir hoffen auch, dass die Menschen verstehen, warum die Polizei dies tun musste".

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