Zwei Schafe gerissen: Pfotenabdrücke und Video weisen in die Richtung eines neuen Wolfes

Auf einer Wiese in der Gemeinde Duffel in der Nähe von Antwerpen wurden gestern zwei Schafe zu Tode gebissen und mehrere andere Tiere verletzt. Nach Angaben der flämischen Agentur für Natur und Wald handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um einen Angriff eines Wolfes. Auf einem nahe gelegenen Feld wurden Pfotenabdrücke gefunden. Videoaufnahmen eines "neuen" Wolfes in der Nähe der Stelle, an die Tiere gerissen wurden, scheinen dies zu bestätigen.

Ein Schafzüchter in Duffel fand gestern zwei seiner Tiere tot auf der Weide. Andere Schafe wiesen Bisswunden auf. Ein Experte des Instituts für Natur- und Waldforschung kam am Abend vor Ort, um zu bestätigen, dass es sich beim Täter höchstwahrscheinlich um einen Wolf handelte.

Die ersten Ergebnisse weisen bereits in diese Richtung, sagt der Sprecher Jeroen Denaeghel von der flämischen Agentur für Natur und Wald. "Die Eingeweide der Tiere waren unangetastet, was typisch für das Fressverhalten des Wolfs ist. Pfotenabdrücke in einem benachbarten Feld weisen ebenfalls in Richtung des Wolfes".

Die Agentur betont jedoch, dass nur eine DNA-Untersuchung definitiv bestätigen kann, ob es sich um einen Angriff eines Wolfes handelt. Möglicherweise müssen wir noch einige Wochen auf die endgültigen Ergebnisse warten. 

Neue Bilder

Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wolf der Schuldige ist, ist sehr hoch, sagt Wolfskenner Jan Loos vom Verein ‚VZW Welkom Wolf‘ (dt.: Willkomen Wolf). "In der Zwischenzeit sind mehrere Bilder aufgetaucht, auf denen der Wolf zu sehen ist. Zu sehen ist unter anderem, wie ein Wolf durch eine Weide mit Pferden läuft, und die grenzt an der Wiese, auf der die Schafe standen. Wahrscheinlich wollte der Wolf auch ein Fohlen auf der Pferdewiese angreifen, wurde dann aber von der Stute verjagt".

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Laut Loos wäre der Wolf ein männliches Tier auf der Durchreise. "Das Tier sucht sein eigenes Revier und eine Partnerin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass er in Duffel bleibt, ist sehr gering, denn das ist kein geeigneter Lebensraum für ihn. Es kann sein, dass es dort noch einige Tage oder Wochen herumstreunen wird". Deshalb wird den Tierhaltern empfohlen, ihre Tiere im Stall zu behalten.

"Dies ist bereits der fünfte Wolf, der in der Provinz Antwerpen in weniger als einem halben Jahr gesichtet wurde", sagt Loos. "Vielleicht kommt dieser Wolf aus den Niederlanden. Wir wissen, dass ein Wolf in den letzten Wochen viele Schafe in der Nähe von 's Hertogenbosch getötet hat, und es scheint, dass dort gerade erst wieder die Ruhe eingekehrt ist. Wenn dieses Tier tatsächlich aus den Niederlanden stammt, hat er es geschafft, den Albertkanal zu überqueren, genau wie sein Vorgänger".

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