Kostenlose Mundmaske für jeden Belgier ab heute endlich in der Apotheke erhältlich 

Schon vor Wochen hatte die belgische Bundesregierung versprochen, jeder Belgier erhalte eine kostenlose Mundmaske. Die wurden vor einer Woche in der Kaserne von Peutie geliefert. In letzter Zeit gab es viel Kritik: Sowohl der ausgewählte Lieferant als auch der Zeitpunkt der Bestellung und Lieferung standen unter Beschuss. Das Verteidigungsministerium organisierte den landesweiten Vertrieb der Mundmasken. Seit dem heutigen  Montag können die Masken in der Apotheke abgeholt werden. 

Die 18 Millionen Mundmasken wurden in den vergangenen Tagen vom Verteidigungsministerium an zentrale Lager geliefert, von wo sie dann an die Apotheken verteilt wurden.

Dort kann jeder Belgier sich nun eine Mundmaske abholen. Los geht’s am heutigen 15. Juni: Dann sind zuerst alle, die 75 Jahre oder älter sind an der Reihe. Am nächsten Tag sinkt die Altersgrenze auf 67 Jahre. Ab dem 17. Juni sind alle Menschen über 60 dran und dann bis zum 26. Juni die jüngeren Jahrgänge. Jeder,  der im Besitz eines eID-Personalausweises oder eines Kinderausweises ist, bekommt in der Apotheke seiner Wahl eine solche Maske.

Wie sehen die Mundmasken aus?

Die Mundmasken sind weiß mit Gummibändern und sie benötigen keinen Filter. Sie bestehen aus drei Lagen. Eine Lage besteht zu 100 Prozent aus Polyester, die beiden anderen sind teils aus Polyester, teils aus Baumwolle.

Die Masken sind antibakteriell beschichtet. Nach dem Gebrauch müssen sie gewaschen werden, und das kann bis zu dreißig Mal geschehen. Aber Vorsicht: Nur Handwäsche bis maximal 30 Grad. Bei höheren Temperaturen wird die antibakterielle Beschichtung beschädigt.

Warum hat es so lange gedauert?

Das Verteidigungsministerium übernahm die Verantwortung für die Bestellung der Mundmasken und dort findet man nicht, dass es zu lange gedauert hat. Die Frist belief sich auf sieben Wochen, und alles ging nach Angaben des Verteidigungsministeriums relativ schnell.

Die erste Ladung von 3 Millionen Mundmasken wurde schon vor zwei Wochen von der Genter Firma Tweeds and Cotton geliefert. Sie lieferten innerhalb der vereinbarten Frist. Die Lieferung der anderen 15 Millionen Mundmasken durch die luxemburgische Firma Avrox dauerte jedoch länger. Erst am vergangenen Wochenende wurde die allerletzte Ladung abgeliefert.

Die Tatsache, dass das Unternehmen Avrox einen so großen Auftrag erhielt, war von Anfang an umstritten. Die Mundmasken waren nicht die billigsten, und es gab Fragen zur Durchführbarkeit. Jetzt stellt sich heraus, dass es tatsächlich nicht wie vereinbart geklappt hat. Das Unternehmen musste deshalb eine saftige Geldstrafe zahlen. Weil die Frist nicht eingehalten wurde, zahlt der Bund nun 5,5 Millionen Euro weniger bei einem Gesamtbetrag von 40 Millionen Euro. Der Preis pro Maske sinkt so von 2,5 Euro auf 2,13 Euro.

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