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Ab August werden die ersten rein belgischen Mundschutzmasken hergestellt

Die Universität von Antwerpen (UA) und Cartamundi, ein Produzent von Karten- und Brettspielen aus Turnhout (Prov. Antwerpen), werden ab August gemeinsam FFP2- und FFP3-Mundmasken herstellen. Dazu wurde das gemeinsame Unternehmen Medimundi gegründet. Diese Masken sind vor allem für das Gesundheitswesen und für den Pflegesektor bestimmt. Medimundi will für die Produktion von zu 100 % „Made in Belgium“-Masken eine Lösung für eine rasche Versorgung mit hochwertigen Mundschutzmasken im Falle von Epidemien, wie Covid-19, gewährleisten.

Der Ausbruch des Coronavirus auch in Belgien hatte gezeigt, wie sensibel unser Land auf Ebene von adäquatem Schutzmaterial für das Gesundheitswesen und den Pflegesektor war (und ist). Hochwertige atmungsaktive Mundschutzmasken der Typen FFP2 und FFP3 mussten am Weltmarkt gekauft werden und dies zu einem Augenblick, da die ganze Welt danach suchte. Hersteller sind quasi nur noch in China zu finden und diese lieferten zum Teil völlig unbrauchbares Material.

Dies wollen die Antwerpener Uni und Cartamundi ändern und taten sich gemeinsam mit dem Maschinenbauer Cloostermans aus Hamme in Ostflandern und mit einem privaten Investor zu einem Konsortium zusammen, das unter dem Markennamen Medimundi arbeiten wird. „Jeder Partner bringt seine eigene spezifische Expertise mit“, so Medimundi-CEO David Germis gegenüber VRT NWS.

Spezifischer Beitrag der einzelnen Beteiligten

Dabei sorgt die Universität für die Innovation und die Produktentwicklung, Cloostermans für die Produktionsmaschinen, Cartamundi mit seinem weltweiten Netz an Firmen für den möglichen internationalen Vertrieb und der ungenannte Privatinvestor trägt mit seinen Mitteln und seinem eigenen Netzwerk zum Gelingen des Unternehmens bei, so Germis weiter. Die Basisfinanzierung beläuft sich derzeit auf rund 3,5 Mio. €.

Innovative Technik

Wissenschaftler der Fakultät Produktentwicklung der Antwerpener Uni haben die Masken für Medimundi entworfen, die mit einer innovativen Schutztechnologie ausgerüstet sind. Die sollen sich auch durch ihren Tragekomfort auszeichne, denn sie passen sich der jeweiligen Gesichtsform an und machen dem Träger das Atmen durch eine neuartige Filter- und Ventiltechnologie leichter.

„Ausgehend von einem Modell nachhaltiger Zusammenarbeit setzen wir Forschung und Entwicklung in Innovation um. Unsere Produktentwickler arbeiten mit einer einmaligen Design-Fähigkeit, die wir über Medimundi ausbauen können. Gemeinsam mit zwei Familienunternehmen schaffen wir auf diese Weise als Universität einen deutlichen Mehrwert für die Gesellschaft“, sagte Prof. Silvia Lenaerts, Vizerektorin der Fakultät Valorisierung der Universität von Antwerpen dazu gegenüber VRT NWS. 

(C) ANNE-LAURE AFFRE

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