Wie hoch fällt  Belgiens Haushaltsloch aus? Der zuständige Minister spricht von bis zu 50 Mia. €

Infolge der Coronakrise könnte sich das Haushaltsloch in Belgien möglicherweise auf bis zu 50 Mia. € belaufen. Diese Summe nannte Bundeshaushaltsminister David Clarinval (MR - Foto) gegenüber dem Parlamentsausschuss für Haushalt und Finanzen. Diese Zahl ist eine vorläufige Schätzung. Das Monitoring-Komitee, ein Gremium aus führenden Staatsbeamten, dass die Einnahmen und Ausgaben des Staates beobachtet, veröffentlicht einen nächsten Bericht etwa Mitte Juli.

Die Coronakrise und der Kampf gegen die weitere Ausbreitung dieses Virus fordert von Bund, Ländern und Regionen in Belgien auf finanzieller Ebene einiges ab. Viele Maßnahmen sind notwendig, um den wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Gesundheitskrise entgegenwirken zu können. 

Hier treffen zwei völlig entgegengesetzte Phänomene aufeinander: Der Staat muss mehr Geld ausgeben, während er durch das sinkende Wirtschaftswachstum weniger Einnahmen verzeichnet.

Bundeshaushaltsminister Clarinval gab dem Ausschuss eine detaillierte Übersicht über den budgetären Zustand der Staatsfinanzen. Ein technischer Rahmen des Haushalts geht aktuell von einem Minus von zwischen 10 und 12 % des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) aus, was in etwa einer Summe von zwischen 43 und 50 Mia. € entspricht.

Das belgische Planbüro, das sich mit den finanziellen und wirtschaftlichen Voraussichten unseres Landes auseinandersetzt, ging noch im April von einer raschen wirtschaftlichen Erholung aus, musste inzwischen aber einlenken.

Inzwischen verlangsamt sich alles, auch, weil viele Unternehmen derzeit zurückhaltend mit Investitionen, Planungen und der Frage von Neueinstellungen oder Entlassungen sind. Derzeit wird damit gerechnet, dass in Belgien in diesem und im nächsten Jahr insgesamt bis zu 110.000 Jobs verloren gehen könnten.