Zum ersten Mal seit 17 Jahren - Arbeitgeber planen mehr Entlassungen als Neueinstellungen

Viele belgische Unternehmen planen in den kommenden Monaten mehr Stellen zu streichen, als neue Mitarbeiter einzustellen. Aus einer Umfrage unter hiesigen Betrieben hat das HR-Unternehmen Manpower erfahren, dass viele Firmen so auf die Coronakrise reagieren (müssen). Zum ersten Mal seit 17 Jahren wäre dies in Belgien der Fall, dass mehr Jobs gestrichen, als geschaffen würden.

Manpower befragte Ende April, also mitten in den Corona-Lockdown-Maßnahmen, wie sie beschäftigungsmäßig planen. Die Maßnahmen waren am 18. März in Kraft getreten und erst am 24. April gaben die Regierung und der Nationale Sicherheitsrat den ersten Lockerungsplan bekannt. Die Frage betraf genauer das 3. Quartal, also die Sommermonate Juli, August und September.

Laut Manpower gaben 11 % der befragten Firmen an, neues Personal einzustellen, doch 16 % sagten, dass sie Mitarbeiter entlassen müssten. Einen solchen negativen Unterschied (-5 %) hat es in Belgien in den letzten 17 Jahren nicht mehr gegeben. Diese Entwicklung zeigt sich übrigens regional unterschiedlich. Während in Flandern und in der Region Brüssel-Hauptstadt eher Stellen gestrichen werden sollen, wollen wallonische Unternehmen eher anwerben und einstellen. 

Trotzdem eher eine positive Grundstimmung

Am schwersten ist die Gastronomie betroffen. Hier gehen 22 % der befragten Unternehmer davon aus, bis September Personal entlassen zu müssen. Dieser Pessimismus ist laut der Manpower-Umfrage allgemein bei kleineren und mittelständischen Unternehmen ausgeprägter, als bei großen Firmen. Langfristig aber gehen die belgischen Arbeitgeber davon aus, dass sich die Lage innerhalb der nächsten 12 Monate weitgehend wieder normalisieren wird.

Die belgischen Unternehmer sind im weltweiten Vergleich übrigens eher positiv gestimmt, zumindest aber weniger pessimistisch. Unter den 22 von Manpower befragten Ländern in Europa liegt Belgien auf Rang 5 in Sachen Optimismus nach Corona. Zu dieser eher positiven Grundstimmung in unserem Land tragen auch die Unterstützungsmaßnahmen der Regierung bei, z.B. durch eine weitreichende Regelung zur Kurzarbeit und der darin enthaltenen flexiblen Handhabe für die Arbeitgeber.