Belgiens Radfahrer fürchten Autos, doch an den meisten Fahrradunfällen sind keine KFZ beteiligt

Nach einer Studie von belgischen und niederländischen Universitäten auf Basis der Analyse von Krankenhausbefunden nach Unfällen, sind an den leisten Fahrradunfällen in Belgien keine Autos oder andere motorisierte Fahrzeuge beteiligt. Gleichzeitig geben die meisten Radfahrer hierzulande an, dass ihrer Ansicht nach die meiste Gefahr eben von Seiten der Autofahrer droht.

Die Freie Universität Brüssel (VUB), die Universität Gent (UGent) und die Universität von Utrecht haben gemeinsam mit der niederländischen Stiftung für wissenschaftliche Forschung für Verkehrssicherheit eine Studie über die Gefahren für Radfahrern durchgeführt. Die beteiligten Institute kamen dabei zum Schluss, dass an den meisten Fahrradunfällen, genauer an 83 % der in Belgien registrierten Unglücke, überhaupt keine Kraftfahrzeuge beteiligt waren.

Die Studie beruft sich dabei auf die Krankenhausbefunde bei nach Fahrradunfällen eingelieferten Radfahrern. In den meisten Fällen verunglücken Radfahrer hierzulande aufgrund von schlechter Verkehrsinfrastruktur, z.B. schlechte Straßen, schlechte Radwege, hohe Bürgersteige oder auch Poller gegen Autos. Doch auch das Überschätzen der eigenen Fahrfähigkeiten und zum Teil hohe Geschwindigkeiten (z.B. bei E-Bikes oder Speed-E-Bikes) sorgen für schwere Fahrradunfälle, so die Studie.

Umfragen allerdings ergeben ein anderes Bild. Die allermeisten Radfahrer in Belgien geben an, dass die größte Bedrohung in Sachen ihrer Verkehrssicherheit von den Autos ausgeht. Oft werden in manchen Städten auch die Straßenbahnen als Gefahrenquelle angegeben, obschon diese immer und überall Vorfahrt haben. Nur wenige Radfahrer erweisen sich als Selbstkritisch gegenüber ihrer „Zunft“, wie auch eine VRT-Reportage für die TV-Nachrichten zeigt. Nur ein befragter Radfahrer in Brüssel gab an, dass die meisten anderen Radfahrer zu schnell sind und zu wenig auf die Verkehrsregeln achten. Dies sorge auch für Probleme bei Autofahrern und Fußgängern.  

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