Auch in Belgien ist die Rettungsgasse auf der Autobahn jetzt Pflicht - Und es klappt...

Autofahrer auf belgischen Autobahnen müssen in Zukunft eine ausreichend breite Rettungsgasse freimachen, wenn sich ein Stau andeutet. Ein entsprechendes Gesetz ist am 1. Oktober in Kraft getreten. Auch hierzulande muss damit den Rettungs- und Hilfsdiensten bei Unfällen auf der Autobahn per Gesetz Vorrang eingeräumt werden. Bei einem Unfall am Freitag auf der E403 wurde spontan eine Rettungsgasse gebildet. Das bedeutet, dass diese neue Regelung bei den Autofahrern angekommen ist.

Bisher war es so, dass Autofahrer auf der Autobahn Platz machen müssen, wenn die eine Sirene oder ein Martinshorn hören. Wie dies geschehen soll, war bisher gesetzlich in Belgien nicht vorgeschrieben. Jeder machte, was gerade möglich war: Anhalten, schneller fahren oder nach rechts oder links ausweichen. Der Effekt führte manchmal sogar zum Gegenteil, denn in Panik geratene oder unsichere Fahrer versperrten nicht selten den Rettungsdiensten eher den Weg. Und wo es keinen Pannenstreifen gab oder wenn dieser nicht frei war, wurde die Lage oftmals ernst.

Jetzt nahmen sich die belgischen Verkehrsexperten die Rettungsgasse nach deutschem Vorbild zum Vorbild (Illustration unten). Demnach muss ein Autofahrer sobald er in einen Stau gerät, Platz für eine Rettungsgasse machen, sprich je nach Fahrstreifen so weit nach links oder rechts ausweichen, wie möglich und dies unter Einbeziehung des Pannenstreifens. Genauer bedeutet das, dass die Fahrer auf dem linken Fahrstreifen nach links ausweichen müssen und alle die auf den anderen Fahrstreifen unterwegs sind (Mittelstreifen oder rechte Fahrbahn) so weit wie möglich nach rechts ausweichen sollen.

Dies ist Pflicht und muss unabhängig davon gewährleistet sein, ob man Rettungsfahrzeuge hört oder im Rückspiegel sieht. Der Freiraum einer Rettungsgasse muss immer vorahnden sein. Also wird für die Autofahrer in Belgien beim Entstehen eines Staus auch welchem Grund auch immer, alles anders.

Das belgische Institut für Verkehrssicherheit (VIAS) begrüßt diese neue gesetzliche Regelung, denn nicht zuletzt ist Belgien ein Transitland und viele Ausländer, die diese Regel kennen (Deutsche, Österreicher, Tschechen und Ungarn - in diesen Ländern ist die Rettungsgasse bereits im Gesetz verankert) sind hier unterwegs. Dass Belgien im Allgemeinen ein akutes Stauland ist, ist ja hinlänglich international bekannt…

(Lesen Sie bitte unter der Illustration weiter)

Und es klappt…

An diesem Freitag hat sich zum ersten Mal gezeigt, dass die hierzulande neu eingeführte Rettungsgasse funktioniert. Bei einem Unfall mit einem LKW auf der Autobahn E403 in Sint-Eloois-Winkel an der Ausfahrt Roeselare-Izegem in Richtung Kortrijk kam es zu einem langen Stau und die Autofahrer bildeten sofort eine Rettungsgasse und die Einsatzfahrzeuge (Foto unten) konnten ihr Ziel rasch erreichen. VRT-Radio 2-Kollege Tom Van Gijsegem stand in diesem Stau. Er berichtete: „Noch bevor die ersten Rettungsdienste kamen stand jeder vorbildlich auf seiner Seite. Diese Rettungsgasse entstand echt sehr spontan.“ 

Focus WTV
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