Auch in Belgien wird die Rettungsgasse auf der Autobahn Pflicht

Autofahrer auf belgischen Autobahnen müssen in Zukunft eine ausreichend breite Rettungsgasse freimachen, wenn sich ein Stau andeutet. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag fand am Donnerstag Zustimmung in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments. Auch hierzulande wird den Rettungs- und Hilfsdiensten bei Unfällen auf der Autobahn per Gesetz Vorrang eingeräumt.

Bisher ist es so, dass Autofahrer auf der Autobahn Platz machen müssen, wenn die eine Sirene oder ein Martinshorn hören. Wie dies geschehen soll, war bisher gesetzlich in Belgien nicht vorgeschrieben. Jeder macht, was gerade möglich ist: Anhalten, schneller fahren oder nach rechts oder links ausweichen. Der Effekt führt manchmal sogar zum Gegenteil, denn in Panik geratene oder unsichere Fahrer versperren nicht selten den Rettungsdiensten sogar eher den Weg. Und wenn es keinen Pannenstreifen gibt oder wenn dieser nicht frei ist, dann wird die Lage oftmals ernst.

Jetzt nahmen sich die belgischen Verkehrsfachleute der Rettungsgasse nach deutschem Vorbild an (Illustration unten). Sobald das entsprechende Gesetz in Kraft getreten ist (vermutlich ab Juli), muss ein Autofahrer sobald er in einen Stau gerät, Platz für eine Rettungsgasse machen, sprich je nach Fahrstreifen so weit nach links oder rechts ausweichen, wir möglich und dies unter Einbeziehung des Pannenstreifens. Genauer bedeutet dies, dass die Fahrer auf dem linken Fahrstreifen nach links ausweichen müssen und alle die auf den anderen Fahrstreifen unterwegs sind (Mittelstreifen oder rechte Fahrbahn) so weit wie möglich nach rechts ausweichen sollen.

Dies ist Pflicht und muss unabhängig davon gewährleistet sein, ob man Rettungsfahrzeuge hört oder im Rückspiegel sieht. Der Freiraum einer Rettungsgasse muss immer vorahnden sein. Also wird für die Autofahrer in Belgien beim Entstehen eines Staus auch welchem Grund auch immer, alles anders. Das belgische Institut für Verkehrssicherheit (VIAS) begrüßt diese neue gesetzliche Regelung, denn nicht zuletzt ist Belgien ein Transitland und viele Ausländer, die diese Regel kennen (Deutsche, Österreicher, Tschechen und Ungarn - in diesen Ländern ist die Rettungsgasse bereits im Gesetz verankert) seien hier unterwegs. Dass Belgien im Allgemeinen ein akutes Stauland ist, ist ja hinlänglich international bekannt…

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