Weniger Entlassungen im Corona-Lockdown als im gleichen Zeitraum 2019

Trotz der Tatsache, dass sich Belgien von Mitte März bis Ende Mai im Lockdown durch die Corona-Gesundheitskrise befand und dass in dieser Zeit viele Unternehmen nicht arbeiten konnten, wurden weniger Stellen abgebaut, als im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr. Dies fand der Personaldienstleister Acerta in einer Umfrage unter 32.000 Arbeitgebern in Belgien heraus.

Im März sank die Zahl der Entlassungen um 12,5 %, im April um 15,6 % und im Mai um 12,7 % im Vergleich zu den gleichen Monaten letztes Jahr, so die Acerta-Studie. Das bedeutet, dass die Firmen in Belgien weniger schnell zu Kündigungen gegriffen haben, um schwierige Zeiten zu überbrücken. Zu einem Großteil liegt dies an den Möglichkeiten, die der hiesigen Wirtschaft durch die Kurzarbeits-Regelungen der belgischen Bundesregierung geboten werden. Die Regierung hat diese Regelung bis zum 31. August weiter verlängert.

Diese Regelung sei für die Arbeitgeber ein Weg, um im Hinblick auf die Krise ihr Arbeitsangebot jeder Situation schnell anpassen zu können und um damit die Lohnkosten zu senken, so Julie Rousseau, Senior Legal Consult bei Acerta: „Das bietet ihnen Raum zum Atmen. Anhand der Fragen, die uns erreichen, stellen wir fest, dass Arbeitgeber jetzt auch schon im Voraus planen, weil sie glauben, dass die Lage besser wird und sie deshalb ihre guten Talente schnell wieder nötig haben. Dadurch versuchten sie in erster Instanz, Entlassungen zu vermeiden.“