Schweizer Polizei verhaftet Priester, der in Belgien wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde

Ein Priester, der im Dezember 2017 von einem Gericht in Brüssel für schuldig befunden wurde, einen neunjährigen Jungen sexuell missbraucht zu haben, wurde in der Schweiz von der Polizei verhaftet. Die Nachricht, dass der pädophile Geistliche in der Schweiz verhaftet wurde, erschien zuerst in der Zeitung "Le Nouvelliste". 

Im Dezember 2017 verurteilte das Berufungsgericht in Brüssel den Pfarrer zu fünf Jahren Gefängnis wegen sexuellen Missbrauchs eines Jungen, der 2010 und 2011, als der Junge gerade 9 Jahre alt war, bei der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Brüssel wohnte. Bei seinem ersten Prozess wurde der Priester freigesprochen. Seit 2018 ist der betroffene Pater nicht mehr Mitglied der Piusbruderschaft.

Die Familie des Jungen legte jedoch Berufung ein, und das Berufungsgericht befand ihn für schuldig und verurteilte ihn zu einer fünfjährigen Haftstrafe. Der Priester hatte darum gebeten, seine Strafe in der Schweiz zu verbüßen. Der Mann ist gebürtiger Schweizer.

Da das Berufungsgericht es jedoch versäumt hatte, seine sofortige Inhaftierung zu beantragen, wurde er nicht verhaftet und konnte sich in den Schweizer Kanton Wallis absetzen. In seinem Heimatdorf Fully VS lebt der verurteilte Sexverbrecher von der Strafverfolgung unbehelligt.

Nachdem der Fall jedoch in den lokalen Medien Aufmerksamkeit erregte, hat die Schweizer Polizei den Priester nun festgenommen. Die Justizbehörden in Sion haben sich mit ihren belgischen Amtskollegen in Verbindung gesetzt, um mehr Klarheit über den Fall zu erhalten.

Der Priester befindet sich in Untersuchungshaft und wartet auf ein offizielles Ersuchen der belgischen Justizbehörden, seine Haftstrafe in einem Schweizer Gefängnis verbüßen zu können.

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