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Arbeitsgruppe befasst sich mit dem Schutz von Geschäften bei Demos in Brüssel

Eine Gruppe von Geschäftsleuten und Einzelhändlern in Brüssel richtete sich mit der Bitte um besseren Schutz bei Demonstrationen und Protestaktionen an die Stadtverwaltung. Sie wollen auf die möglichen Folgen, die bei Massenprotesten entstehen (können) besser vorbereitet sein. Zuletzt sorgten Randalierer nach der „Black Lives Matter“-Demo in Brüssel für Sachschäden an Ladenlokalen an der Naamsepoort und im Matongé-Viertel.

Um in Zukunft zu vermeiden, dass sie bei Protestaktionen und Demonstrationen wieder Probleme mit Sachschäden an ihren Ladenlokalen bekommen, wollen die Einzelhändler erreichen, dass die Stadtverwaltung und die lokale Polizei enger mit ihnen zusammenarbeiten. Sie wollen nicht weiter alleine mit den „Kollateralschäden“ von Massenveranstaltungen fertig werden müssen. Randale, dutzende eingeschlagene Schaufensterscheiben, Schmierereien und geplünderte Auslagen nach der eigentlich  friedlich verlaufenen „Black Lives Matter“-Demo vor knapp 10 Tagen brachten das Fass zum überlaufen.

Vor den Demonstrationen der Gelbwesten vor einigen Monaten seien sie noch von den Behörden gewarnt worden, als die Lage zu eskalieren drohte, so der Betreiber eines Ladenlokals in der Naamsestraat gegenüber der frankophonen Tageszeitung La Dernière Heure, doch bei der „Black Lives Matter“-Demo seien die Händler alleine gelassen worden.

Zwar habe die Stadt angekündigt, dass die betroffenen Ladenbesitzer entschädigt würden, doch „vorbeugen ist besser als genesen“, so die verständliche Ansicht der Geschädigten. Deshalb wollen die Händler die Zusammenarbeit mit der Polizei in dieser Hinsicht schlicht und einfach verstärken. Es besteht auch die Angst davor, dass bei weiteren derartigen Vorfällen Kunden wegbleiben, denn ein Großteil der regelmäßigen Kundschaft in ihren Geschäften kommen nicht aus Brüssel sondern fahren zum Einkaufen bei ihnen hierher. Wenn sich daran nichts ändere, „dann ermorden wir den Neustart der Wirtschaft nach dem Lockdown in Brüssel.“ Wenn der Eindruck entstehe, dass Brüssel gefährlich wird, „dann denken die Leute zweimal darüber nach, ob sie hierher zum Schoppen kommen.“

In dieser Woche setzen sich einige Sprecher aus Kreisen der Einzelhändler der bei Demonstrationen neuralgischen Geschäftsviertel mit der Brüsseler Stadtverwaltung zusammen, meldet die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu. Brüssels Stadtverordneter für Wirtschaft und Handel, Fabian Maingain (Défi) versteht, dass sich die Händler große Sorgen machen: „Wir haben eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die dieses Problem anpacken soll. Eine Rohversion für einen Plan wird nächste Woche zum ersten Mal mit den betroffenen Händlern besprochen.“  

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