Rassismus in den sozialen Medien in Flandern hat sich seit 2015 verdreifacht

Das flämische Technologieunternehmen Textgain hat nach dem Zufallsprinzip 100.000 Posts auf Facebook und Twitter analysiert und kommt zu dem Schluss, dass sich der Rassismus in den niederländischsprachigen Medien seit 2015 verdreifacht hat.  Auch die sexistischen Veröffentlichungen haben seitdem stark zugenommen.

Textgain, ein Spin-off der Universität von Antwerpen, hat eine Software entwickelt, die Hassbotschaften automatisch erkennt. Sie bewertet den Inhalt aufgrund der Toxizität und kann einstufen, inwiefern die Botschaft sexistisch, rassistisch oder bedrohlich ist.

2015 hatte die Software ermittelt, dass im Durchschnitt 5 von 100 Posts Hassbotschaften enthalten. Fünf Jahre später hat sich der Toxizitätsgrad der Facebook- und Twitterbotschaften auf 10 von 100 verdoppelt.

Textgain erklärt diese Entwicklung mit der zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft: Insbesondere auf Twitter habe sich der Ton verhärtet. Von 100.000 im Jahr 2015 analysierten Botschaften wurden 95.000 als neutral eingestuft und 5.000 als beleidigend. 2020 registrierte die Software 15.000 Botschaften als beleidigend.

Stark zugenommen haben auch die rassistischen Botschaften: Heute ist einer von 60 Posts rassistischer Art.

Anders als in Deutschland

Der Online-Extremismus gehe hauptsächlich von rechts aus: „Anders als in Deutschland beispielsweise, wo der Linksextremismus häufiger präsent ist und antifaschistische Bewegungen in den sozialen Medien zu (gewalttätigen) Kundgebungen aufrufen oder rechte Wähler bedrohen“, so das Antwerpener Unternehmen.

Allerdings stellt Textgain in dieser Hinsicht auch eine Veränderung fest: Konservative und rechtsextreme Politiker wie Jan Jambon, Theo Francken und Dries Van Langenhove sind stets häufiger Beleidigungen und Bedrohungen von linken Aktivisten ausgesetzt.

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