Unwetter sorgten in Flandern für Überschwemmungen und Verkehrschaos

Die schweren Unwetter, die am Mittwoch über weite Teile Flanderns und über Brüssel gezogen sind, haben lokal für heftige Probleme gesorgt. Die Wassermassen ließen z.B. wichtige Verkehrstunnel volllaufen - den Kennedytunnel in Antwerpen und mehrere Tunnel am Kleinen Ring in Brüssel. Doch auch andernorts mussten Feuerwehr und Zivilschutz eingreifen. Die abendliche Stoßzeit erlebte die schwersten Staus seit dem Beginn der Coronakrise.

Bis zu 185 km Staulänge meldeten die Verkehrsbehörden für Flandern und Brüssel am frühen Mittwochabend. Am heftigsten traf es Antwerpen, wo der Kennedytunnel unter der Schelde voll Regenwasser lief (Video oben und unten). Das Problem dabei war, dass das Wasser auf der Fahrbahn in Richtung Niederlande nicht ablaufen konnte, da die Kanalisation dort durch eine Großbaustelle in der Nähe durch Schlamm verstopft war. Noch bis zum Donnerstagmorgen zeigte sich, dass das Wasser noch nicht ganz abgepumpt war. Bis zu 20 cm hoch stand das brackige Regenwasser dort durch diese Baustelle.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto und dem Video weiter)

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Das Unwetter brach am Mittwochmittag zuerst über die Provinz Westflandern ein und zog dann im Laufe des Nachmittags und am frühen Abend weiter in Richtung Ostflandern, Flämisch-Brabant, Brüssel, Antwerpen und Limburg. Im westflämischen Torhout überfluteten die Regenmassen mehrere Straßenzüge. In allen betroffenen Gegenden und Kommunen rückte die Feuerwehr dutzende Male aus, um Abflüsse in Häusern, Keller und die Kanalisation an den Straßen abzupumpen.

(Lesen Sie bitte unter dem Video weiter)

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In Brüssel liegen gleich drei Verkehrstunnel in der Innenstadt am Kleinen Ring voll: Georges Henri-Tunnel, Hallepoorttunnel und Stefaniatunnel. In Ostflandern stand Lochchristi bei Gent fast ganz unter Wasser. An allen Straßen bildeten sich regelrechte Seen (Foto unten in  Bilzen/Limburg).

In der Nacht zum Donnerstag regnete es ziemlich heftig fast in ganz Belgien weiter. Die Natur freut sich und vielerorts konnten sich die Grundwasserpegel erholen. Zudem konnten überall im Land die Regenwasserreserven aufgefüllt werden. Doch zu viel Regen mit so heftigen Schäden ist auch nicht ideal, zumal enorme Wassermassen einfach wieder ungenutzt ablaufen und nicht festgehalten werden konnten. 

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