Frederik Delaplace: Der flämische Rundfunk VRT hat einen neuen CEO

Frederik Delaplace wird der neue Manager des öffentlich-rechtlichen Rundfunks des belgischen Bundeslandes Flandern, VRT. Delaplace arbeitete bisher ausschließlich bei den Blättern der flämischen Verlagsgruppe Mediafin. Frederik Delaplace wird Nachfolger von Leo Hellemans, der VRT-CEO ad interim seit der Entlassung von Paul Lembrechts ist.

Eines kann man von Frederik Delaplace, dem neuen CEO unseres Hauses VRT, getrost sagen, nämlich das er kein Jobhopper ist. Der heute 49-jährige Westflame begann nach seinem Studium als Ökonom bei der Wirtschaftszeitung De Tijd, damals noch „De Financieel Ekonomische Tijd“ und kletterte seit dem Stufe für Stufe die Karriereleiter im Verlag dieses Blattes nach oben.

Zunächst war er Redakteur für Finanzmärkte und für den Banksektor, danach Leiter der Finanzabteilung. Sein nächster Arbeitsplatz bei seinem Verlag war der Job des stellvertretenden Chefredakteurs, um 2006 selbst Redaktionsleiter zu werden. Diesen Posten hatte er aber nur knapp ein Jahr inne.

Im Zuge der Gründung von Mediafin durch die Fusion mehrerer  Blätter im Jahr 2007 übernahm Delaplace von Klaus Van Isacker dessen Posten als allgemeiner Redaktionsdirektor. Zu Mediafin gehören die Wirtschaftsblätter De Tijd und L’Echo sowie die Magazine Sabato, die Wochenendbeilage der beiden zuerst genannten Zeitungen, und De Belegger, ein Fachblatt für Anleger. Mediafin gehört zur Verlagsgruppe Rossel und Roularta Media Group.

In den 10 darauffolgenden Jahren gehört er zu denen, die vor allem das flämische Wirtschaftsblatt De Tijd modernisierten. 2017 wurde Frederic Delaplace dann CEO bei Mediafin. Unser Haus bekommt mit ihm einen Intendanten, der sowohl auf der Ebene des Managements, als auch auf Redaktionskenntnis enorme Erfahrung mitbringt.

Aber, dieser aus der Privatwirtschaft kommende CEO muss sich jetzt mit einem öffentlich-rechtlichen Sender auseinandersetzen, auf den deutlich mehr politischer Druck ausgeübt wird, als z.B. auf einen Verlag wie Mediafin. Flanderns Landesmedienminister Benjamin Dalle (CD&V) sagte zu Frederik Delaplace: „Er ist ein junger dynamischer Manager, der sich bei De Tijd und Mediafin seine Streifen verdient hat. Er ist jemand, der die VRT ‚futureproof‘ machen kann.“

In einigen Ländern, wie zum Beispiel in den USA, ist der verbindende Effekt der Medien total verschwunden. Die VRT kann auf dieser Ebene eine ganz besondere Rolle spielen.“

Frederik Delaplace, neuer VRT-CEO

Bei seiner ersten Pressekonferenz im VRT-Funkhaus am Freitagnachmittag zeigte sich Frederik Delaplace sehr erfreut darüber, dass er unseren Sender leiten darf: „Ich bin der Überzeugung, dass man um ein Medienunternehmen zu leiten, Erfahrung aus den Medien mitbringen muss. Ich wäre nicht dazu geeignet, ein großes Industrieunternehmen zu führen. Die VRT schafft einen enormen gesellschaftlichen Mehrwert. Da sollten wir stolz drauf sein und damit sollten wir mehr aufwarten.“

Für den neuen CEO ist auch wichtig, dass unser Sender weiter seine die Menschen verbindende Rolle spielt: „In einige Ländern, wie zum Beispiel in den USA, ist der verbindende Effekt der Medien total verschwunden. Die VRT kann auf dieser Ebene eine ganz besondere Rolle spielen. Ich möchte, dass der interne Stolz auf diese Aufgabe größer wird und dass die Flamen stolzer auf ihren öffentlich-rechtlichen Sender werden.“

Frederik Delaplace setzte sich gegen seine Mitbewerber Peter Vandermeersch (Ex-Chefredakteur bei De Standaard und beim niederländischen NRC Handelsblatt) und Koen Clement (früher bei De Persgroup und bei WPG) durch. Clement hatte sich vor Jahren schon einmal bei der Suche nach einem VRT-CEO beworben.