Polizisten protestieren gegen die Verallgemeinerung der Kritik gegen Polizeigewalt

Vor dem Justizpalast in Brüssel sind am Freitag rund 300 Polizeibeamten zusammengekommen, um dort gegen die Verallgemeinerung der Kritik gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. In den vergangenen Tagen und Wochen werden ihrer Ansicht nach Polizisten in einen Topf geworfen, wenn es um Vorgänge in Zusammenhang mit Gewalt oder Rassismus geht.

Die Polizeiaktion erfolgte nach einem Aufruf via Facebook. Dort hieß es, man solle im ganzen Land gegen die allgemeine Kritik an der Polizeiarbeit protestieren. In Brüssel kamen dazu rund 300 Beamte zusammen, die sich vor dem Justizpalast versammelten (Fotos).

Vor einigen Wochen war es zu Krawallen gekommen, als ein junger Mann bei einer Verfolgungsjagt mit der Polizei mit seinem Scooter tödlich verunglückt war und nach der „Black Lives Matter“-Demo vor zwei Wochen, nach deren eigentlich friedlichem Ablauf auch wieder Randaliert wurde, gab es erneut scharfe Kritik an der Vorgehensweise der Polizei.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Vor einigen Tagen dann reichte eine deutsche EU-Abgeordnete mit Wurzeln in Mali Klage gegen die Brüsseler Polizei ein, nachdem sie eine mit harter Hand geführte Polizeikontrolle an zwei Schwarzen gefilmt hatte und selbst in einer nach ihren Angaben „brutalen“ Art und Weise Opfer von Polizeigewalt wurde.

Doch die Polizisten wollen sich diese generelle Kritik an ihrer Vorgehensweise nicht gefallen lassen. Neben der Aktion in Brüssel wurden ähnliche Proteste auch aus Charleroi, Namür und Lüttich gemeldet. Die Polizei will nicht mehr länger stigmatisiert und diskreditiert werden, weil es Einzelfälle gibt, bei denen Polizeigewalt und Rassismus vorgekommen sind. Symbolisch haben einige Polizeibeamte ihre Handschellen auf den Boden geworfen. 

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