Politbarometer bestätigt die politische Spaltung Belgiens: In Flandern bleiben die Rechtsextremen vom Vlaams Belang an der Spitze

Eine Umfrage führender Medien im französischsprachigen und flämischen Landesteil hat ergeben, dass 27,7 % der Flamen den Vlaams Belang wählen würden (-0,3 %). Damit bestätigt auch die jüngste Umfrage der seit September 2019 durchgeführten Umfragen (Tageszeitungen Le Soir und Het Laatste Nieuws sowie die kommerziellen TV-Sender RTL-TVI und VTM), dass jeder dritte Flame heute die Partei von Tom Van Grieken wählen würde. 

Die flämischen Nationalisten der N-VA, die viele Jahre lang an der Spitze lag und die Politik auf Landes- und Bundesebene bestimmte, sinkt in der Wählergunst und würde nur noch 20 % der Stimmen erhalten.

Für die flämischen Sozialisten bringen die Ergebnisse eine Wende, zumindest in der Umfrage. Denn nach einem langen Niedergang avanciert die SP.A unter ihrem neuen Vorsitzenden Connor Rousseau zur drittstärksten Partei mit 12,5 % (+ 2,9 %). Zum Nachteil der Linksextremen der PVDA-PTB (-2 %). Die Christdemokraten (CD&V), die Liberalen (Open VLD) und die Grünen (Groen) bleiben mehr oder weniger gleich verglichen mit den vorigen Umfragen.

Zu den beliebtesten Politikern in Flandern gehören jedoch die Schwergewichte der N-VA: der Vorsitzende und Antwerpener Bürgermeister Bart De Wever (unten links, mit dem Vorsitzenden des Vlaams Belang, Tom Van Grieken) an der Spitze, gefolgt vom ehemaligen Staatssekretär für die Asylpolitik Theo Francken und dem amtierenden flämischen Ministerpräsident Jan Jambon.

Nicolas Maeterlinck

Brüssel hievt die Grünen wieder an die Spitze

Die Wähler in der Hauptstadt würden sich wieder vermehrt für Ecolo (19,1 %) entscheiden. Nach den Parlamentswahlen im Mai 2019 hatten die Grünen ihre Spitzenposition in den Umfragen an die Sozialisten abtreten müssen. Die Parti Socialiste würde 1,2 % der Stimmen einbüßen, wenn heute gewählt würde und auf dem zweiten Platz (18,2 %) landen. Die Liberalen bleiben unverändert die drittstärkste Partei in der Hauptstadt-Region (17,4 %). Am äußersten linken Spektrum gewinnt die Partie du Travail 0,4 % und würde mit 12,6 % als viertstärkste Partei abschneiden.

Beliebteste Politiker in Brüssel sind Premierministerin Sophie Wilmès (MR), gefolgt von Paul Magnette (Vorsitzender der PS) und Olivier Maingain (Défi, die französischsprachigen Föderalisten).

In der Wallonie bleiben die Sozialisten vorne

In der Wallonie bleiben die Sozialisten vorne

Würde heute gewählt, würde die PS zwar 1,8 % der Stimmen verlieren, mit 23,7 % aber stärkste Partei bleiben. Die Liberalen (MR) verbessern sich auf 20,5 %. Die Linksextremen der PTB bleiben stabil bei 18,7 %, gefolgt von den Grünen. Weit abgeschlagen sind die Christdemokraten und Défi.

Die Beliebtheitsskala der Politiker wird in der Wallonie ebenfalls von der Premierministerin angeführt. An zweiter und dritter Stelle liegen Paul Magnette (PS) und sein Parteikollege, der wallonische Ministerpräsident Elio Di Rupo.

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