Über tausend Menschen feiern spontan Party in Brüssel: Innenminister De Crem und Virologe Van Ranst reagieren besorgt

In der vergangenen Nacht sind über tausend Menschen in der Brüsseler Gemeinde Elsene/Ixelles auf dem place Flagey zusammengekommen, um Party zu machen. Auch im Stadteil Anderlecht fanden sich mehrere hundert Personen ein. Wegen der Corona-Maßnahmen sind Massenzusammenkünfte verboten. Innenminister Pieter De Crem (CD&V) twitterte, dass es solche Zusammenkünfte nicht geben dürfe.  Virologe Marc Van Ranst nannte das Verhalten unvernünftig und sprach von einer Untergrabung der Corona-Maßnahmen.

Auf den Bildern, die in den sozialen Medien verbreitet wurden, ist auch zu sehen, dass niemand einen Mund- und Nasenschutz trug.

Die Polizei musste einschreiten und die Anwesenden mehrmals auffordern, den Platz zu verlassen. „Das war nicht ganz einfach“, sagte die Polizeisprecherin am Sonntagvormittag: „Offensichtlich wollten alle noch vor Ort bleiben und singen und tanzen.“

Bereits gegen Mitternacht hatten sich viele Hunderte Leute an Flagey eingefunden. Um 1 Uhr waren über tausend Leute auf dem beliebten Platz versammelt, an dem sich eine der größten Kneipenterrassen der Region und der bekannte gleichnamige Konzertsaal Flagey befinden.

Bilder von Flagey auf Twitter: 

„Menschenansammlungen sind noch stets nicht erlaubt“, so die Polizeisprecherin: „Wir wollen kein Spaßverderber sein, müssen die Leute aber auf die Einhaltung des Verbots hinweisen.“ Die Polizei musste die Anwesenden nachdrücklich auffordern, den Platz zu verlassen. 

Auch im Brüsseler Stadtteil Anderlecht hatten sich rund 500 Leute versammelt. Auf einem verlassenen Grundstück hatten sie ein großes Lagerfeuer angezündet und die Musik zu voller Lautstärke aufgedreht. Gegen 5 Uhr beendete die Polizei die improvisierte Party. Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. 

Facebook-Bilder über eine "wilde" Partynacht in Anderlecht:

Innenminister und Virologen drücken ihre Ablehnung für dieses Verhalten aus

Nach einer Beratung mit Premierministerin Sophie Wilmès (MR) und dem Brüsseler Ministerpräsidenten Rudi Vervoort (PS) twitterte Bundesinnenminister De Crem am Nachmittag, dass derartige Zusammenkünfte zurzeit nicht erlaubt seien und diese die Anstrengungen der Bevölkerung gefährden würden. De Crem rief zu absolutem Bürgersinn auf. 

Auch Virologe Van Ranst reagierte in diesem Sinn und forderte die Polizei auf, in Zukunft Maßnahmen zu ergreifen und z. B. Plätze im Vorfeld zu sperren. Ein Verhalten, das die Basis für die Corona-Bekämpfung unterhöhle, sei nicht tolerierbar.

 

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