Die Coronakrise kostet die flämischen Kommunen bis zu 280 Mio. €

Die direkten Mehrkosten der Coronakrise schlagen bei den Städten und Gemeinden im belgischen Bundesland Flandern mit rund 280 Mio. € zu Buche, zusätzlich zum bestehenden Haushalt. Dabei handelt es sich in erster Linie um Unkosten, die z.B. durch die Anschaffung von Mundschutzmasken und durch steigende Ausgaben bei den Öffentlichen Sozialhilfezentren anfallen. Etwa jede fünfte flämische Gemeinde wird wohl bis mindestens 2025 Anpassungen am Jahreshaushalt vornehmen müssen.

In diesen Coronazeiten fallen für die Kommunen zusätzliche Kosten an, während gleichzeitig auf dieser Ebene die Einnahmen sinken. Der Verband der Flämischen Städte und Gemeinden (VVSG) geht davon aus, dass die Kommunen in diesem Jahr Mehrausgaben über rund 139 Mio. € verbuchen müssen. Gleichzeitig gehen die kommunalen Einnahmen flandernweit wohl um rund 141 Mio. € zurück.

Während auf der einen Seite Mundschutzmasken angeschafft werden müssen und die Sozialhilfezentren deutlich mehr Menschen unterstützen müssen, als bisher, gehen die Einnahmen z.B. durch das Wegfallen von städtischen Gebühren und kommunalen Steuern deutlich zurück. In vielen Bereichen der Gesellschaft müssen die Kommunen einspringen, was überall in den von Covid-19 betroffenen Ländern der Fall ist.

Langfristig bedeutet das für so manche Stadt oder Gemeinde in Flandern, dass die Haushaltspläne durcheinander gewirbelt werden. Nach einer Umfrage unter seinen Mitgliedern hat der VVSG geschätzt, dass etwa jede fünfte flämische Gemeinde dadurch bis mindestens 2025 haushaltstechnisch umplanen muss, um nicht langfristig in Schwierigkeiten zu kommen.

Das kann durchaus bedeuten, dass verschiedene bereits geplante Infrastrukturarbeiten, wie das Anlegen von neuen Radwegen, der Ausbau eines Krankenhauses oder der Neubau eines Seniorenheimes auf die lange Bank geschoben werden muss, weil andere Kosten gedeckt werden müssen, heißt es dazu beim flämischen Kommunalverband.  

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