Wie gehen die flämischen Großstädte in Zukunft gegen feiernde Massen vor?

Nach Tumulten mit vielen feiernden Leuten in verschiedenen flämischen Städten und in Brüssel am vergangenen Wochenende wird jetzt überall geplant, wie man dagegen vorgehen kann, um eine neue Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Die Herangehensweise ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich und verläuft zwischen Repression und Prävention, wie aus einigen flämischen Städten ersichtlich ist. 

In Brüssel soll die Polizei strenger gegen Menschenaufläufe vorgehen und es werden in Zukunft Bußgelder verhängt, wenn die gesetzlichen Vorgaben zum sozialen Abstand nicht eingehalten werden. Keine große Versammlung wird bis auf weiteres in der Hauptstadt noch zugelassen werden. Entsprechende Gruppen dürfen nicht größer als 10 Personen sein.

Antwerpen führt in diesem Zusammenhang eine neue Verwaltungsstrafe ein. Das bedeutet, dass Personen, die sich nicht an die Abstandsregeln halten, mit einem direkt zu zahlenden Bußgeld von 350 € belegt werden. Das betrifft insbesondere Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit, wenn dabei die öffentliche Ordnung gestört wird.

Gent (Ostflandern) wird in sogenannten „Hotspots“ Kameras das Geschehen überwachen lassen und gegebenenfalls Plätze und Straßen absperren und notfalls auch Kneipen schließen lassen. Ob die Polizei in Gent noch strenger auftreten soll, als bisher, muss noch im Stadtrat besprochen werden.

In Ostende (Westflandern) bleibt die Lage bisher deutlich entspannt und die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Polizei und Gastronomie läuft gut. Dort halten Sicherheitsbeamten die Sache im Auge und schreiten wo nötig präventiv ein. Bei anhaltender Nichtbeachtung der Regeln werden Platzverweise ausgesprochen, die den ganzen Sommer gelten werden.

In der Studentenstadt Löwen (Flämisch-Brabant) ist die Lage ähnlich wie in Ostende und deshalb will die Stadtverwaltung dort auch keine Maßnahmen verschärfen. Und doch bemerkt man auch dort, dass zur Not Plätze gesperrt werden können. Die Stadt appelliert hier weiter an den gesunden Menschenverstand und an den Bürgersinn.

Auch in Hasselt (Limburg) musste die Polizei am vergangenen Wochenende gegen zu viele feiernde Jugendliche vorgehen, die wohl jegliche Abstandsregeln vergessen hatten. Hier gab es z.B. bei der Sperrstunde um 1 Uhr in der Nacht zum Sonntag Probleme mit Gruppen, die sich vor den Kneipen aufhielten und dort nicht weggehen wollten. Hier will man in Zukunft gegen die ausgehfreudigen Leute vorgehen und nicht gegen die Gastronomen, die ihre Arbeit unbehelligt weitermachen dürfen. Die Stadt Hasselt plant hier eine Art „Last Order“, wie früher in Großbritannien einzuführen, damit jeder weiß, dass die letzte Runde die danach erfolgende Sperrstunde einläutet und die Kundschaft besser darauf vorbereitet. 

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