Belgien steht vor einem historisch hohen Haushaltsdefizit

Nach Schätzungen des Planbüros der belgischen Bundesregierung wird sich das Haushaltsdefizit in unserem Land in diesem Jahr auf bis zu 47,5 Mia. € belaufen. Das entspricht rund 11 % des Brutto-Inlandsprodukts (BIP). Das Planbüro sagt für die Zeit nach der Coronakrise einen starken Anstieg von Konkursen voraus. Der Kultur- und Eventsektor könnte hier besonders schwer getroffen werden.

Diese Zahlen stammen aus einem 5-Jahres-Vorausblick des Planungsbüros, dass die finanziellen Bereiche des belgischen Staates analysiert. Im Zeitraum 2020-2025 wird die Coronakrise weiter die Finanzen beeinflussen. 2025 soll sich das belgische Haushaltsdefizit noch immer auf 26 Mia. € belaufen, sprich auf 5 % des BIP.

Die Wirtschaft wird sich wohl nur sehr langsam von diesem Schock erholen, wenn sich auch schon jetzt einige Besserungen ergeben. Doch muss unser Land mit einer Welle von Konkursen und mit steigenden Arbeitslosenzahlen rechnen.

Wenn die Coronamaßnahmen für die Wirtschaft nach und nach auslaufen und die entsprechende Regelung zur Kurzarbeit zu Ende sein wird, werden viele Arbeitnehmer letztendlich wohl doch ihren Job verlieren. Das Planbüro geht von bis zu 108.000 neuen Arbeitslosen im kommenden Jahr aus.

Neben der Gastronomie wird auch der Kultur- und Eventsektor davon stark betroffen sein. Schon jetzt musste jedes dritte Unternehmen im Veranstaltungsbereich Personal entlassen. Die Umsatzverluste steigen hier von Monat zu Monat. 2020 ist für diesen Sektor ein „verlorenes Jahr“.

Bei einem Drittel aller Veranstalter sind schon jetzt alle Vorhaben bis zum Jahresende gestrichen. Die Umsätze fallen hier dieses Jahr im Vergleich zu 2019 um mindestens 68 % zurück. Das bedeutet, dass alleine in Belgien im Veranstaltungssektor rund 1,7 Mia. € in Rauch aufgehen. 

Die allgemeinen wirtschazftlichen Auswirkungen der Coronakrise zeigen sich am Arbeitsmarkt aber schon jetzt sehr konkret. In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind in unserem Land schon fast 71.000 Arbeitsplätze verlorengegangen, wie Bundessozial- und -gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) am Mittwoch mitteilte.