"Europa erleben, erfühlen, erfahren" - Das Kulturprogramm zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft

Das Goethe-Institut Belgien in Brüssel und die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in der belgischen Hauptstadt haben das Kulturprogramm zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli beginnt und am Jahresende ausläuft, vorgestellt. Dieser Stichtag ist auch der Start dieses die EU-Präsidentschaft begleitenden europäischen Kulturprogramms in Belgien. Das Goethe-Institut in Brüssel leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

Der Beitrag des Goethe-Instituts zum Kulturprogramm der Bundesregierung blickt auf die Fragen: Was macht Europa zukünftig aus und wie kann europäischer Zusammenhalt auch in Zeiten von Corona gelingen? Auf diskursive und künstlerische Weise widmen sich die Projekte des Goethe-Instituts der Vielfalt Europas und der Schaffung einer gemeinsamen europäischen Öffentlichkeit - sei es in Debatten über den Stand der Freiheit in Europa oder den Einfluss künstlicher Intelligenz, bei der Erarbeitung klimaneutraler Reisekonzepte oder bei aufsehenerregenden künstlerischen Installationen in europäischen Städten.

Lebendige europäische Solidarität in Zeiten der Krise

In Belgien organisiert das Goethe-Institut zusammen mit der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft ein Kulturprogramm, das Beispiele lebendiger europäischer Solidarität in Zeiten der Krise und für die Zeit danach zeigt sowie die generationenübergreifende Wirkkraft von Kultur und Bildung vermittelt. Der offizielle europaweite Launch des partizipativen Kunstwerks „Earth Speakr“ von Olafur Eliasson, dem dänisch-isländischen, in Berlin lebenden Künstler, findet am 1. Juli 2020 statt, parallel zum Start der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Mit dem Kulturprogramm zur EU-Ratspräsidentschaft möchte die deutsche Bundesregierung gestaltender Kunst Raum geben, gemeinsames Wirken an der Zukunft fördern und die teilnehmenden (jungen) Europäerinnen und Europäer befähigen und bestärken. Die Idee einer sozialen Plastik, also eines Kunstwerks, welches mit und durch das Publikum entsteht, wächst und gestaltet wird, ist in der europäischen Kunst weit verbreitet. Vielleicht der bekannteste Protagonist dieser Idee war Joseph Beuys.

Während der deutschen Präsidentschaft können nunmehr junge Menschen auf einer digitalen Plattform von ihren Hoffnungen und Ideen für die Zukunft Europas und der Erde erzählen und dazu Sprachbotschaften hinterlassen. Diese werden animiert, werden von dem Kunstwerk verstärkt und geben so den jungen Europäerinnen und Europäern ein kraftvolles, selbstgestaltetes Sprachrohr. Das Goethe-Institut Belgien und die Deutsche Botschaft begleiten das partizipative Kunstprojekt für Kinder und Jugendliche mit flankierenden Veranstaltungen im Sommer und Herbst 2020.

Der 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung

Am 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung, dem 3. Oktober 2020, präsentiert das Goethe-Institut Belgien die interaktive Kunstinstallation „Verschwindende Wand“ in Brüssel. Das Kunstwerk besteht aus einer Plexiglaswand aus 6000 Zitaten der europäischen Hoch- oder Popkultur, gedruckt auf Holzklötzen. Nach der Enthüllung haben Passant*innen die Möglichkeit, diese Zitate mitzunehmen. Zurück bleibt nur noch ein durchsichtiger Rahmen, in dem sich diese befanden: die Wand ist verschwunden. Die feierliche Enthüllung der „Verschwindenden Wand“ findet im Rahmen der Feierlichkeiten zum 3. Oktober 2020 der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland statt. Zwei weitere Enthüllungsaktionen sind in Flandern und in der Wallonie geplant.

Vom 30. bis 31. Oktober 2020 findet das Festival „Freiraum“ statt. In digitalen und physischen Formaten u.a. in Brüssel geht das Goethe-Institut gemeinsam mit 53 Akteur*innen aus 42 europäischen Städten aus Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft der Frage nach: Was bedeutet Freiheit heute in Europa? Im Wettbewerbsformat für Jugendliche mit dem Titel „#oekoropa“ werden klimaneutrale Reisekonzepte erarbeitet. Wer reist wie am umweltfreundlichsten durch die Hauptstädte der EU-Triopräsidentschaft Berlin, Lissabon und Ljubljana? Europaweiter Einsendeschluss für die Wettbewerbsbeiträge ist der 1. Oktober 2020. Die zehn jungen Gewinnerteams, die eine Fachjury mit ihren innovativen Ideen begeistern können, werden am 20. November 2020 in Brüssel bei einer feierlichen Sieger*innenehrung ausgezeichnet. Deutsches Filmschaffen kann von Sommer bis Winter 2020 beim Filmfestival „L'heure d'été“ (in Kooperation mit „Cinema Galeries“), während des „Filmfests Gent“ und bei einem Brüssel-Special zum „Berlinale Forum“ im 70. Jubiläumsjahr der Berlinale (in Kooperation mit BOZAR Cinema) erlebt werden.

In den vergangenen Monaten haben wir alle gelernt, dass es eben doch nicht selbstverständlich ist, dass wir in einem grenzenlosen, offenen Europa leben. Die Krise können wir aber nur gemeinsam bewältigen.“

Martin Kotthaus, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Belgien

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Königreich Belgien, Martin Kotthaus: „In den vergangenen Monaten haben wir alle gelernt, dass es eben doch nicht selbstverständlich ist, dass wir in einem grenzenlosen, offenen Europa leben. Die Krise können wir aber nur gemeinsam bewältigen. Und das ist auch der Geist des EU-Präsidentschaftskulturprogramms: keine klassischen deutschen Konzerte oder Ausstellungen deutscher Künstler, sondern den Kontinent umspannende, europäische Kunstwerke, die die europäischen Bürger einladen, mitzumachen. Die partizipativen Projekte im Rahmen des Kulturprogramms der deutschen EU-Ratspräsidentschaft wollen gemeinsames europäisches Wirken, positives Handeln für die Zukunft und kulturelle Nähe ermöglichen. Sie tragen dadurch zu europäischer Solidarität, europäischer Souveränität und europäischer Öffentlichkeit bei. Nirgendwo anders als hier in Belgien, im Herzen Europas im wahrsten Sinne des Wortes, kann man besser gemeinsam darüber nachdenken, besser gemeinsam daran arbeiten, wie wir ein zukunftsfähiges Europa gestalten wollen und können.“

Die Leiterin des Goethe-Instituts Belgien, Frau Dr. Elke Kaschl Mohni betont: “Wir möchten mit unseren Programmen und Projekten auf künstlerische und diskursive Weise eine gemeinsame europäische Öffentlichkeit stärken, europäische Zivilgesellschaft fördern und ökologischen Kulturwandel intensivieren. Gerade jetzt ist offener Austausch und Begegnung zwischen den Menschen aller EU-Mitgliedsstaaten wichtiger denn je, auch in digitalen Räumen. Unser Fokus liegt auf nachhaltigem Kulturdialog und der Vermittlung der kulturellen Werte Europas.“

Weitere Informationen:

EU 2020 Projekte des Goethe-Instituts Belgien: https://www.goethe.de/ins/be/de/index.html

Das gesamte Kulturprogramm der Bundesrepublik Deutschland zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft: https://www.eu2020.de/

(Quelle: Pressemitteilung des Goethe-Instituts Belgien)