Exitstrategie Phase 4: Keine Maskenpflicht und mehr soziale Kontakte in Belgien möglich

Bei seinem Treffen am Mittwoch hat der Nationale Sicherheitsrat einige neue Lockerungen der Coronamaßnahmen für die Menschen in Belgien beschlossen. Zu einer Maskenpflicht in Geschäften kommt es nicht, mehr soziale Kontakte werden möglich und dem Kultur- und Eventsektor ist die Politik ein bisschen entgegengekommen. 

Seit einigen Tagen wurde in Belgien über die Einführung einer Mundschutzmaskenpflicht in Geschäften diskutiert, doch dazu wird es nicht kommen, es sei denn, in Belgien würde eine zweite Coronawelle ausbrechen hieß es dazu. Nach Ansicht der Experten, so unterstrich Premierministerin Sophie Wilmès (MR) im Rahmen der Pressekonferenz nach dem Sicherheitsrat, liege kein epidemiologischer Grund für eine solche Maskenpflicht vor.

Keine der in letzter Zeit erlassenen Lockerungen habe zu einem Anstieg der Corona-Fallzahlen gesorgt, so die Ansicht der Experten. Allerdings machten alle Beteiligten deutlich, dass Massenaufläufe und spontane Partys, wie z.B. am vergangenen Samstag am Flagey-Platz in Brüssel, nicht akzeptabel seien. 

Was wurde beschlossen?

Die Zahl der sozialen Kontakte wurde von 10 bisher auf 15 Personen ab sofort erweitert. Das bedeutet, dass die Gruppe derer, die sich treffen können, wieder etwas größer werden kann. Doch auch hier erinnerte Premierministerin Wilmès an die Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln.

In Sachen Kultur und Events wird endlich wieder etwas möglich. Vor kurzem wurde beschlossen, dass Veranstaltungen mit 200 Zuschauern in geschlossenen Sälen bald wieder möglich werden. Ab dem 1. Juli sind Events unter freiem Himmel mit einem Publikum von bis zu 400 Zuschauern möglich (unter Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln).

Ab dem 1. August wird dies - wenn es die Gesundheitslage im Land erlaubt - auf 400 Zuschauer innen und auf 800 Zuschauer draußen verdoppelt. Um entsprechende Genehmigungen erteilen zu können, werden die Behörden mit einer Checkliste arbeiten, „Matrix“ genannt. Den Punkten dieser „Matrix“ muss entsprochen werden.

Auch im Einzelhandel wird wieder mehr möglich, als in den letzten Tagen und Wochen. So dürfen die Kunden in Belgien wieder zu mehreren einkaufen gehen und sie dürfen sich in den Geschäften und Warenhäusern auch länger als eine halbe Stunde lang dort aufhalten. Aber auch hier gilt die Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln. Märkte (Wochen- oder Flohmärkte) dürfen auch wieder mehr als 50 Stände zulassen. 

Wellnesscenter, Theater, Kasinos, Freizeitparks, Indoor-Spielplätze, Festsäle und Schwimmbäder dürfen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln ebenfalls ab dem 1. Juli öffnen. Diese Regel gilt nicht für private Feiern wie Hochzeiten oder Beerdigungen. Hier sind lediglich 50 Anwesende erlaubt. Noch besteht in einigen Bereichen Undeutlichkeit und die Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates müssen noch einiges an "Finetuning" leisten... 

Nachtclubs dürfen bis auf weiteres noch nicht wieder geöffnet werden und Massenveranstaltungen bleiben vorläufig (bis Ende August?) ebenfalls weiter untersagt.

Die offiziellen Texte der belgischen Bundesbehörden dazu sind auf der Webseite der Regierung, belgium.be, auch in deutscher Sprache zu finden, sobald sie im Staatsblatt veröffentlicht sind. 

Nationalfeiertag

Der belgische Nationalfeiertag am 21. Juli wird anders aussehen, als in anderen Jahren. Dieses Jahr wird den Opfern der Gesundheitskrise sowie den Pflegern, dem medizinischen Personal und allen anderen, die seit März an der Corona-Front stehen, besondere Aufmerksamkeit gewidmet, doch große Paraden, Feuerwerke und Stadtfeste mit tausenden Menschen werden nicht stattfinden.

Das bedeutet auch, dass die Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Befreiung Belgiens am Ende des Zweiten Weltkriegs eher bescheiden ausfallen. Die Rede ist von einer Art Parade, die nur im Fernsehen zu sehen ist und von einer Sondersendung im TV mit belgischen Musikern und Künstlern. 

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