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Haussuchung im AKW Doel und bei Kraftwerksbetreiber Engie/Electrabel

Am Mittwoch haben Justiz und Polizei Razzien und Haussuchungen beim Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen (Foto) und in den Büros des Kraftwerksbetreibers Engie/Electrabel durchgeführt. Diese Aktionen fanden im Rahmen der Ermittlungen zum Sabotageakt am AKW Doel im Sommer 2014 statt. 

Im August 2014 hatte ein bislang Unbekannter am Atommeiler Doel 4 im gleichnamigen Kernkraftwerk bei Antwerpen ein Ventil an einer Turbine geöffnet, wodurch Unmengen an Öl ausgelaufen waren, was dazu führte, dass der Meiler abgeschaltet werden musste. Der Sabotageakt hatte damals Schäden in Höhe von rund 100 Mio. € verursacht.

Das geöffnete Ventil sorgte dafür, dass 65.000 Liter Schmieröl auslaufen konnten, die eigentlich die Zahnräder einer Turbine schmieren und kühlen sollten. Ein Mitarbeiter hatte bei der Beobachtung der Anlage festgestellt, dass die Turbine heiß lief und kein Öl mehr aufwies. Die belgische Bundespolizei schließt ein terroristisches Motiv aus, sucht aber immer noch nach dem Täter und den Hintergründen für die Tat.

Alle Mitarbeiter des AKW, die am Tag dieses Vorfalls Dienst hatten, sind immer wieder befragt und verhört worden - ohne Ergebnis. Auch ein Fahndungsfoto, dass im November 2019 veröffentlicht wurde, brachte keine neuen Erkenntnisse. Warum jetzt die Büros des Atomkraftwerks und des Kraftwerksbetreibers durchsucht wurden, ist nicht bekannt.