Plastikabfall aus der Schelde ist lang in Richtung Nordsee unterwegs

Vor einem halben Jahr startete an der Antwerpener Universität eine Studie zum Plastikabfall in der Schelde. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass Plastikmüll in der Schelde lange unterwegs ist, bevor er in die Nordsee abfließen kann. Der Biologe Bert Teunkens (UAntwerpen) sagte dazu: „Plastik an den Ufern der Flüsse aufsammeln ist also sinnvoll und kann dabei helfen, die ‚plastic soup‘ in den Meeren in den Griff zu bekommen.“

Die Forscher der Universität von Antwerpen warfen 1.000 fluorisierende Plastikprodukte in die Schelde, um herauszufinden, wie lange diese brauchen, um die Nordsee zu erreichen. Ersten Ergebnissen zufolge dauert es seine Zeit, bis der Müll aus dem Fluss ins Meer fließt. Nach einem halben Jahr befinden sich die meisten Plastikflaschen der Uni noch mehr oder weniger dort, wo sie in die Schelde geworfen wurden. Nur eine Flasche schaffte es bis zur Scheldemündung in Vlissingen. Das bedeutet, dass noch keine dieser Produkte es bis in die Nordsee geschafft haben.

Alle Flaschen sind mit einem QR-Code versehen, wie Biologe Teunkens gegenüber VRT NWS angibt: „Wenn sie eine solche Flasche finden, dann können sie diese über die Instruktionen darauf registrieren. Bisher sind 10 % dieser Flaschen wieder aufgetaucht. Wir haben auch solche Flaschen mit einem GPS-Gerät ausgestattet. Doch die treiben noch immer irgendwo in der Schelde herum und haben sich noch kaum weiterbewegt.“

Es lohnt sich, den Müll schon am Ufer einzusammeln

Die Tatsache, dass Abfälle aus den Flüssen lange unterwegs sind, bis sie es in die Meere und Ozeane geschafft haben, zeigt, wie nützlich es sein kann, diesen Müll schon an den Ufern der Wasserläufe einzusammeln, so der Biologe. Inzwischen werden häufig solche Abfallsammelaktionen organisiert: „Die flämische Wasserstraßen-Behörde setzt ständig Müllräumer an den Ufern ein, doch auch andere Organisationen, wie Natuurpunt, River Cleanup oder Zero Plastic Rivers engagieren sich dabei.“

Aber, so kann fast nur der Abfall eingesammelt werden, der an der Wasseroberfläche treibt oder der sich an den Ufern verhakt hat. Müll, der auf den Boden von Flüssen oder Kanälen gesunken ist, kann nur schwerlich geborgen werden und findet oft leichter den Weg in Richtung Flussmündung und zur See…

Akustische Signale

In einer nächsten Phase will die Antwerpener Uni eine weitere Serie Plastikflaschen in die Schelde werfen, die mit akustischen Signalgebern ausgerüstet sind. „Wir arbeiten mit einem akustischen Netz und dieses Netz befindet sich auch an der Schelde und an der Küste. Ursprünglich wurde dieses Netzwerk dazu genutzt, die Wanderung der Fische zu analysieren. Wir haben die entsprechenden Sender der Fische jetzt eben an Plastikflaschen angebracht“, so Biologe Teunkens.

Damit will die Uni die Bewegung der Flaschen im Fluss noch besser analysieren, um zu versuchen, konkrete Wege zu finden, damit dieser Müll nicht in die Meere gelangen kann. Wer eine solche Flasche mit akustischem Sender findet, kann diese ebenfalls über den QR-Code registrieren, sollte diese dann aber wieder ins Wasser werfen. Dies hilft dabei, den Weg und die Geschwindigkeit des Mülls besser erforschen zu können.