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Sozialverhandlungen bei Brussels Airlines: Vorabkommen erreicht

Direktion und Gewerkschaften bei der belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines, eine 100%ige Tochter der deutschen Lufthansa, haben nach sechswöchigen Sozialverhandlungen ein Vorabkommen zur anstehenden Umstrukturierung erreicht. Wie viele Arbeitsplätze dabei abgebaut werden, bleibt unklar. Geplant war die Streichung von bis zu 1.000 Jobs, fast ein Viertel der gesamten Belegschaft. Am Freitag wird das prinzipielle Abkommen im Rahmen einer außergewöhnlichen Betriebsratsversammlung dem Personal vorgelegt.  

Bei der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines war ursprünglich geplant, bis zu 1.000 Stellen abzubauen. Und die, die an Bord bleiben können, sollen mit Lohn- und Gehaltseinbußen zu den Sparmaßnahmen bei der Fluggesellschaft beitragen. 

Jetzt, rund sechs Wochen nach der Bekanntgabe des Umstrukturierungsplans, beschlossen die Sozialpartner bei Brussels Airlines ein „prinzipielles Vorabkommen“. Dabei geht es um eine Verschlankung der Fluggesellschaft, um die neue Lohn- und Gehaltsstruktur und um Anpassungen an den Dienstplänen des fliegenden Personals.

Die Gewerkschaften haben sich während des zähen Ringens mit der BA-Direktion stark für einen Arbeitsplatzabbau bei freiwilligem Abgang gemacht. Offenbar zeigen sich nicht wenige Mitarbeiter bei Brussels Airlines bereit dazu, das Unternehmen zu verlassen. Wie viele BA-Mitarbeiter letztendlich aus freien Stücken gehen werden, bzw. zu wie vielen Entlassungen es danach noch kommen muss, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden.

Aus Gewerkschaftskreisen verlautete dazu, man habe seine Verantwortung übernommen. Jetzt sei es an der belgischen Bundesregierung und an Lufthansa, eine Lösung zu finden. Das Vorabkommen stehe oder falle mit der Finanzierung davon, so ein Verhandlungsführer der Gewerkschaften.

Am Donnerstag findet bei der Lufthansa eine Aktionärsversammlung statt, bei der es um den Rettungsplan der deutschen Bundesregierung geht, die 9 Mia. € in die Fluggesellschaft investieren will. Doch dieser Rettungsplan hängt an Bedingungen, die mindestens einen der LH-Großanleger stören.

Dabei geht es um ein staatliches Mitspracherecht im Gegenzug für die Finanzspritze. Und in Sachen Rettungsschirm von Seiten der belgischen Regierung für die Lufthansa-Tochter Brussels Airlines ist derzeit noch nichts zu den entsprechenden Verhandlungen bekannt.