Nicolas Maeterlinck

Familie eines Colruyt-Mitarbeiters, der nach einer Corona-Infektion starb, klagt vor Gericht gegen die Supermarktkette

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft untersucht eine Klage der Familie von Mohammed Nahi. Der 32-Jährige war Anfang April an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus verstorben. Die Familie wirft Colruyt vor, ihre Mitarbeiter nicht ausreichend geschützt zu haben.

Mohammed Nahi war in einem Colruyt in der Brüsseler Gemeinde Vorst beschäftigt. Sieben Tage vor seinem Tod war er positiv getestet worden. Seiner Familie zufolge hatte er alle Sicherheitsvorschriften strikt befolgt. Sein Vorgesetzter hatte ihm jedoch verboten, einen Mundschutz und Handschuhe an der Kasse zu tragen.

Die Familie ist überzeugt, dass er sich an seinem Arbeitsplatz mit Corona angesteckt hat. „Damals waren 53 Prozent seiner Kollegen wegen Corona krankgeschrieben“, erzählt der Schwager der Brüsseler Wochenzeitung Bruzz. Die Familie hat sich einen Anwalt genommen, der die Klage bestätigt.

Vor einem Monat hat das Brüsseler Arbeitsgericht bereits eine Untersuchung eingeleitet.

Colruyt: Behauptung ist absolut unwahr

Die Supermarktkette hat ebenfalls eine kurze Mitteilung gemacht: „Da es sich um eine laufende Untersuchung handelt, will Colruyt keine Einzelheiten aus Respekt vor dem Opfer, seiner Familie und seinen Kollegen preisgeben“, sagt Sprecherin Hanne Poppe: „Wir haben mehrmals versucht, die Familie zu kontaktieren und haben psychologische Unterstützung angeboten. Die Familie ist nicht darauf eingegangen.“

Die Sprecherin unterstreicht, dass die Supermarktkette die Anweisungen der Behörden stets befolgt habe: „Wir haben unseren Mitarbeitern nie verboten, einen Mundschutz zu tragen.“

Colruyt bestreitet auch, dass 53 % der Mitarbeiter der Filiale in Vorst wegen des Coronavirus krankgefeiert hätten: „Dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter desselben Geschäfts wegen einer Covid-19-Infektion zu Hause gewesen seien, bestreiten wir mit Nachdruck. Dies ist absolut unwahr.“

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