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Luftstreitkräfte wollen Einsatz der NH90-Transporthubschrauber drastisch senken

Aus Kostengründen und wegen mangelnder Unterstützung des Herstellers wollen die belgischen Luftstreitkräfte den Einsatz von vier Transporthubschraubern NH90 drastisch senken. Auch die B-Hunter-Drohnen sollen ausgemustert werden.

In einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums heißt es, dass die belgischen Luftstreitkräfte sich in einer tiefgreifenden Wandlung befänden und vor einer gewaltigen Herausforderung auf Personalebene stünden. In diesem Rahmen habe man beschlossen, die Flugstunden mit den NH90-Helikoptern TTH (Troop Transport Helicopter) zu reduzieren und die B-Hunter-Drohne vier Monate früher als geplant auszumustern.

Nachdem der letzte von insgesamt acht NH90-Helikoptern erst im November 2014 geliefert worden war und der Betrieb sich als extrem kostenspielig erwiesen hat, will man bei der Luftwaffe nur noch die vier Fregattenhubschrauber behalten.

Die Anzahl der Flugstunden der Landversionen TTH aber wird aus Kostengründen drastisch reduziert. Generalmajor Frederik Vansina hat die hohen Wartungskosten kritisiert und dem Hersteller vorgeworfen, zu wenig industrielle Unterstützung zu liefern.

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Eine Flugstunde kostet 12.000 Euro

Die Luftstreitkräfte wollen die Flugstunden der TTH auf 600 pro Jahr beschränken. Eine Flugstunde mit einem dieser Transporthelikopter kostet 12.000 Euro. 

Die acht NH90-Helikopter waren 2007 noch unter der zweiten Regierung des liberalen Premierministers Guy Verhofstadt (Open VLD) bestellt worden. Kostenpunkt: 300 Millionen Euro und sollten das Rückgrat der europäischen Hubschrauberflotte bilden. Der erste Hubschrauber wurde mit erheblicher Verspätung erst 2012 an Belgien geliefert.

Seitdem waren die belgischen NH90-Transporthubschrauber erst einmal im Auslandseinsatz, nämlich 2018 in Mali.

Die NH90 NFH (Nato Frigate Helicopter), die in Belgien die Sea King als Rettungshubschrauber abgelöst haben, sollen aber weiterhin bei Such- und Rettungsmissionen eingesetzt werden. 

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B-Hunter-Drohnen werden vorzeitig aus dem Verkehr gezogen

Weil sie nicht mehr den aktuellen Normen entsprechen, werden auch die 1998 in Israel gekauften Drohnen ausgemustert. Die in Florennes stationierten unbemannten Fluggeräte sind seit 2004 im Einsatz, u. a. über der Nordsee, wo sie Meeresverschmutzungen feststellen.

Die belgischen Streitkräfte werden ab 2023 mit vier Drohnen des Typs MQ-9B des US-amerikanischen Herstellers SkyGuardian operieren.