Höchstens 2 Tage arbeitslos wegen Corona: 30.000 Flamen haben Energieprämie von 202 Euro erhalten

Die Energieprämie geht an alle Beschäftigte in Flandern, deren Betrieb wegen des Lockdowns schließen musste. Inzwischen haben rund 700.000 Flamen die Energieprämie eingestrichen. Darunter auch 30.000 Flamen, die höchstens zwei Tage arbeitslos waren. Die Prämie wird automatisch gezahlt, unabhängig vom Einkommen und der Anzahl arbeitsloser Tage.

Mit der Energieprämie wollte die flämische Regierung einmalig die Gas-, Strom- und Wasserrechnung der Bürger bezahlen, die aufgrund des Lockdowns in Kurzarbeit gehen müssen. Auch diejenigen, die höchstens zwei Tage arbeitslos waren, haben die volle Prämie von 202 Euro erhalten. Haushalte, in denen beide Partner wenigstens einen Tag in Kurzarbeit waren, haben die Prämie zweimal bezogen. 

In der ersten Juniwoche hatte die Maßnahme bereits 142 Millionen Euro gekostet. Der Betrag kann noch höher ausfallen, da die Maßnahme vom 20. März bis zum 17. Juli gilt und nicht alle Dossiers bereits verarbeitet worden sind. 

Es handelt sich auf keinen Fall, um eine zu Unrecht erschlichene Prämie, da die Behörden die Energieprämie automatisch auszahlen und diese nicht angefragt werden muss.

Automatische Auszahlung

Um die Hilfe zu vereinfachen und zu beschleunigen, wurde die Energieprämie in Flandern automatisch ausgezahlt, erklärte die zuständige Ministerin Zuhal Demir (N-VA). Hätte die Prämie auf das Einkommen abgestimmt werden müssen, hätte man mehr Personal einsetzen müssen und wären die Kosten auf diese Weise höher ausgefallen. Darüber hinaus hätte es viel länger gedauert, bevor die Prämie beim Bürger angekommen wäre.

Energieprämie in der Wallonie und in Brüssel

In den anderen Regionen in Belgien wurden ähnliche Prämien beschlossen. In der Wallonie (175 Euro für Gas und Strom zusammen) kommen nur Haushalte mit einem Budgetzähler für die Unterstützung in Frage. Arbeitslose erhalten auch eine Wasserprämie von 40 Euro. Die Prämie muss bei den Behörden angefragt werden. Das wurde sie inzwischen 77.000 Mal und damit weniger oft, als von der Regierung erwartet.

In Brüssel gab es keine „Energieprämie in bar“. Sozialschwache Haushalte konnten bei Zahlungsschwierigkeiten ihrer Energiekosten eine Schutzmaßnahme erwirken und eine Unterstützung beim Sozialhilfeamt anfragen. Mieter mit einem geringen Einkommen, die wenigstens 15 Tage arbeitslos waren, konnten in der Hauptstadt-Region ebenfalls eine einmalige Prämie von 215 Euro beantragen. Die Brüsseler Region schätzt die Zahl der Begünstigten auf 81.000 Personen.