Die neuen Trambusse von De Lijn sind im Brüsseler Norden unterwegs

Die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn setzt seit Sonntag die ersten Trambusse, die sogenannten „Ringtrambusse“, am Brüsseler Nordrand ein. Gerade dort sind alternative Verkehrsmittel dringend angesagt, denn im Norden der belgischen Hauptstadt staut sich der Verkehr normalerweise auf Straßen und Autobahnen fast permanent. Ein Trambus kombiniert jeweils die Vorteile einer Straßenbahn und eines herkömmlichen Busses.

De Lijn hofft, mittelfristig mit den „Ringtrambussen“ im Brüsseler Norden bzw. am Nordrand der Hauptstadt in der Provinz Flämisch-Brabant bis zu 10.000 Autos im Kurzstreckenverkehr von der Straße holen zu können. Die Trambusse werden auf der Linie 820 zwischen dem Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem (Brussels Airport) und der Universitätsklinik im Brüsseler Stadtteil Jette eingesetzt. Zwischenhalte werden u.a. im Ortskern und am Bahnhof von Vilvoorde (Flämisch-Brabant) eingelegt.

(Lesen Sie bitte unter der Karte weiter)

Diese Trambusse werden im weiteren Verlauf des Sommers alle 30 Minuten unterwegs sein und ab September, wenn die Schule wieder anfängt, soll die Frequenz noch erhöht werden. Doch das Verkehrsaufkommen wird letztendlich in den kommenden Wochen und Monaten noch vom Umgang mit dem Coronavirus abhängen bzw. von den Maßnahmen der belgischen Bundesregierung und deren Lockerungen.

Ursprünglich sollen die ersten 14 „Ringtrambusse“ schon ab September 2019 eingesetzt werden. Dazu wurden seinerzeit 50 Busfahrer von De Lijn geschult, doch technische Probleme und Anpassungen an die Verkehrsgesetzgebung verhinderten dies zunächst. Der nächste Termin wäre Angang April gewesen, doch kam der Corona-Lockdown…

Mehr als nur ein Versuch

Die Fahrzeuge sind dreiteilige Gelenkbusse, die 24 Meter lang sind, also deutlich länger, als ein herkömmlicher Bus. Sie bieten 137 Fahrgästen Platz. Das Depot der Trambusse von De Lijn befindet sich in Vilvoorde in der Schaarbeeklei.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

In einer ersten Phase werden diese Fahrzeuge allerdings mehr oder weniger auf den „normalen“ Straßen unterwegs sein, denn eine eigene Bettung haben sie vorläufig noch nicht. Sie umgehen die neuralgischen Verkehrspunkte, in dem sie „über die Dörfer“ fahren. Die eigenen Fahrbahnen für diese Busse werden sukzessive angelegt. Später sollen 16 km der insgesamt 22 km langen Fahrstrecke auf einer eigenen Trambus-Fahrbahn verlaufen.

Die Fahrzeuge wurden vom belgischen Bushersteller Van Hool hergestellt, der in diesem Bereich bereits Erfahrung hat. Die flämische Verkehrsgesellschaft lässt schon jetzt prüfen, ob diese Trambusse auch in anderen Ballungsräumen in Flandern eingesetzt werden können.