Schauspieler Matthias Schoenaerts fertigt mit Häftlingen ein Fresko in einem Gefängnis

Der flämische Filmschauspieler Matthias Schoenaerts ist seit einigen Wochen sehr aktiv in Sachen Produktionen von Graffiti und Fresken mit sozialem Hintergrund. Jetzt produzierte der international bekannte Schauspieler ein riesiges Wandgemälde mit zwei Häftlingen an einer Innenmauer des Gefängnisses von Oudenaarde in der Provinz Ostflandern.

Nach eigenen Angaben setzt sich Schoenaets gerne für Menschen ein, „die in der Ecke stehen und denen man Schläge versetzt“. Schoenaerts, der letztes Jahr noch eine Rolle im Gefängnisfilm „The Mustang“ übernommen hatte, befasst sich seit dem mit Haftanstalten und Häftlingen: „Von überall her kommen Signale, dass sich hier etwas ändern muss. Das betrifft die Lebensumstände der Gefangenen, die Infrastruktur, die Vision im Hinblick auf das Gefängniswesen…“

Matthias Schoenarts will erreichen, dass man aus dem Leben hinter Gefängnismauern etwas macht und darum suchte er in Knast von Oudenaarde Häftlinge, die Graffiti sprayen können. Einer von ihnen bemerkte ironisch: „Ein Gefängnis mit einer Leiter an der Mauer…“

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Herausgekommen ist eine Gefängnismauer mit Rissen, mit betenden Händen und mit einem Gedicht von Julien Schoenarts, der Vater von Matthias, der ebenfalls Schauspieler war. Inzwischen begrüßte das hiesige Gefängniswesen die positiven Signale, die Matthias Schoenarts mit seiner Aktion in Oudenaarde sendet. Und auch der dortige Gefängnisdirektor, Hans Claus, ist begeistert:

„Er versucht mit dem internationalen Projekt ‚Rescaled‘ eine andere Haftnorm durchzusetzen: Kleinere Strafhäuser in denen kleinere Gruppen von Häftlingen zusammen wohnen. In Schweden und Norwegen gibt es sowas schon und dort scheint dies eine sehr effiziente Form der Haft zu sein, dass auch die Rückfallquoten sinken lässt.“