Drei Syrienkämpferinnen kehren am Mittwoch mit sechs Kindern nach Belgien zurück.

Drei junge Antwerpenerinnen, die mit ausländischen Kämpfern der Terrorgruppe Islamischer Staat nach Syrien gereist waren, werden am Mittwoch mit sechs ihrer Kinder von der Türkei nach Belgien abgeschoben. Es handelt sich bei den dreien um Tatiana Wielandt (Foto links), Bouchra Abouallal (Foto rechts) und Nadia Baghouri, die aus einem kurdischen Lager in Syrien fliehen und sich bei den türkischen Behörden melden konnten. Das berichten die Tageszeitungen De Standaard, Het Nieuwsblad, Gazet van Antwerpen und Het Belang van Limburg am Montag. Die Informationen wurden der VRT bestätigt.

Im März 2018 konnte der VRT-Kriegsberichterstatter Rudi Vranckx (VRT) mit Tatiana Wielandt und Bouchra Abouallal aus Antwerpen im Kurdenlager Al-Hol im Nordosten Syriens sprechen. Schon damals wollten sie nach Belgien zurückkehren. "Ich bin aus freien Stücken nach Syrien gekommen, aber ich bedauere es, und wir hoffen, dass wir unsere Fehler wieder gutmachen können. Wir verstehen, dass wir bestraft werden müssen. Solange unsere Kinder in Sicherheit sind, akzeptieren wir diese Strafe", sagten die beiden jungen Frauen zu Rudi Vranckx.

Die Bevölkerung sollte sich daher keine Sorgen um ihre Rückkehr machen. Die beiden Frauen werden sofort verhaftet, verhört und ins Gefängnis gebracht. 

Anwalt Walter Damen

Die 27- und 26-jährigen Frauen flohen schon im vergangenen November in die Türkei. Ende Januar 2020 waren ihre vier ältesten Kinder - im Alter zwischen 5 und 8 Jahren - bereits nach Belgien zurückgeführt worden. Diesen Mittwoch werden die beiden Antwerpenerinnen mit ihren beiden anderen Kindern nach Belgien geflogen.

"Ich kann nur darauf hinweisen, dass es sich um eine Rückführung im Rahmen des Strafvollzugs handelt", betont ihr Anwalt Walter Damen. "Die Bevölkerung sollte sich daher keine Sorgen um ihre Rückkehr machen. Die beiden Frauen werden sofort verhaftet, verhört und ins Gefängnis gebracht. Sie wurden zu fünf Jahren Haft verurteilt.“

Coronakrise verhinderte bisher die Rückführung nach Belgien

Die beiden Frauen und  Nadia Baghouri, eine dritte 28-jährige Frau aus Antwerpen, hätten schon im März zurück nach Belgien fliegen sollen, aber das war wegen der Coronakrise nicht möglich. Baghouri floh Ende März mit ihren vier Kindern aus dem Al-Hol-Lager. Sie stellte sich in der Grenzstadt Azaz den türkischen Behörden.

"Es war ein sehr gefährlicher mindestens 400 Kilometern langer Weg. Unterwegs wurde sie misshandelt", sagte ihr Anwalt Abderrahim Lahlali. Baghouri ist bereits zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Auch in diesem Fall wird der Jugendrichter beurteilen müssen, ob ihre Kinder bei ihren Großeltern leben können.

Nadia Baghouri ist eine der ausländischen Kämpferinnen, die Belgien gerichtlich zwingen wollten, eine Rückführung zu organisieren. Belgien war daraufhin gezwungen, die notwendigen Dokumente für die Rückkehr von insgesamt 10 Kindern nach Belgien bereitzustellen und dies unter Androhung einer Geldstrafe von 5.000 Euro pro Kind und Tag. Dies würde sich bisher bereits auf fast eine Million Euro pro Kind belaufen. Die belgische Regierung hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Der Fall wird erst in einigen Monaten vor Gericht kommen.