Knokke-Heist droht damit, die Bahn für den Export von COVID-19 an die Küste zu belangen

Die Stadtverwaltung des flämischen Nobelküstenortes Knokke-Heist ist besorgt über die große Zahl von Besuchern, die sich nicht an die Corona-Maßnahmen halten. Nach Angaben des Bürgermeisters kommen diese Touristen hauptsächlich mit dem Zug. Und genau da liegt nach Ansicht der Stadtverwaltung das Problem: Die belgische Bahn NMBS/SNCB muss dringend einen klaren Plan zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen während der Sommermonate vorlegen. "Denn sonst organisiert sie ganz bewusst den Export von COVID-19 an die Küste".

Bürgermeister Leopold Lippens von Knokke-Heist nimmt am Telefon kein Blatt vor den Mund: "Die Bahn muss die Coronaregeln respektieren. Wir sehen zu viele Fahrgäste in den Zügen und die Menschen tragen keine Mundmasken. Es gibt keine Kontrolle. Wenn diese Leute nach Knokke-Heist kommen, ist das ein Sicherheitsproblem. So kann das Virus in unsere Gemeinde gelangen, und das wollen wir nicht".

Der Stadtrat ist der Ansicht, dass sich die Bahn mit der Umsetzung des COVID-19-Protokolls zu viel Zeit lässt. Die Bahn sorge nicht für ausreichende Sicherheitsmaßnahmen zur Durchsetzung der Corona-Maßnahmen, etwa indem sie das Angebot reduziere oder die Preise anpasse. "Sie müssen sich an die Gesetzgebung halten", sagt Lippens. "Der Rest ist mir egal“.  Und das sollte sich schnell bessern. Falls nicht, droht Knokke mit juristischen Schritten wegen "Export von COVID-19 an die Küste". 

Es wird wohl kontrolliert

Laut Pressesprecher Dimitri Temmerman hält sich die Bahn wohl an die Gesetzgebung. "Das Tragen einer Mundmaske ist seit dem 4. Mai im öffentlichen Verkehr Pflicht. Dies wird in der Tat von unseren Leuten und von der Bahnpolizei kontrolliert. Es läuft auch eine groß angelegte Sensibilisierungskampagne. Es war von Anfang an klar, dass die Abstandsregeln im Sommer nach den Lockerungen schwieriger durchzusetzen sein würden. Daher die Verpflichtung zum Tragen einer Mundmaske", erklärt Temmerman.

In der Zwischenzeit hat die Bahn ihr normales Angebot mit der maximalen Anzahl von Waggons wieder aufgenommen. "Und dazu gehören auch die Extrazüge für die Feiertage", so der Sprecher weiter. "Wir folgen also den Empfehlungen. Wir halten daran fest, und es ist auch Sache der Bahnpolizei, dies zu überprüfen". 

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