Flanderns Fischerei wird nachhaltiger, doch der Brexit sorgt für Unsicherheiten

Flanderns Landesministerin für Landwirtschaft und Fischerei, Hilde Crevits (CD&V - Foto unten), wird 4 Mio. € in die Modernisierung der Fischereiflotte investieren. Mit diesem Geld können z.B. 5 Fischer ihre Schiffe entweder gründlich renovieren oder durch neue Boote ersetzen. Ziel ist, dass die Flotte nachhaltiger und umweltfreundlicher wird. Flandern glaubt an eine Zukunft für die hiesige Fischerei, auch denn der Brexit für eine gewisse Unsicherheit sorgt.

„Flandern verfügt über eine kleine Fischereiflotte mit 69 Schiffen. Unsere Fischer sehen der Zukunft positiv gegenüber. Sie haben beschlossen, um umweltfreundliche und energieeffiziente Investierungen zu leisten. Wenn sie bei ihren Investitionen über die bestehenden belgischen und europäischen Vorschriften hinausgehen, dann können sie auf die Unterstützung der flämischen Regierung zählen. Wir bewilligen 5 Schiffen 4 Mio. € dazu, die zur Hälfte aus EU- und zur Hälfte aus flämischen Mitteln kommen“, so Fischereiministerin Crevits.

Sie stellt fest, dass auch die Europäische Union ein großes Interesse daran hat, dass die Fischerei nachhaltiger wird: „Die europäischen und die flämischen Mittel werden genutzt, um die Arbeitsbedingungen der Fischer an Bord zu verbessern. Daneben geht es hier um Investitionen an Bord, um den Ausstoß von Schadstoffen und Treibhausgasen zu verringern und um weniger Energie zu verbrauchen. Diese Förderung beläuft sich auf maximal 50 % der gesamten Investitionen.“ 

Nachhaltigkeit ist die Zukunft…

Die flämische Agrar- und Fischereiministerin ist davon überzeugt, dass der Fischfang im eigenen Land mehr denn je eine nachhaltige Zukunft braucht: „Der Weg, den wir bisher zurückgelegt haben, ist spektakulär: 99 % der Fischbestände ist gesund. Wir haben in der Vergangenheit gute Absprachen zum nachhaltigen Fischen getroffen. Und wir gehen bald noch einen Schritt weiter, denn bald wird der erste Stein für ein Forschungszentrum in Ostende gelegt. Wir wollen an die Weltspitze, wenn es um Innovation auf See und um maritime Forschung geht.“ 

Löst der Brexit Unsicherheit aus?

Für Unsicherheiten bei den hiesigen Fischern sorgt allerdings weiterhin der nahende Brexit, der definitive Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union mit all seinen territorialen Folgen für das internationale Fischereiwesen und die damit verbundenen Fangrechte. Ein Großteil des Ertrags der belgischen bzw. der flämischen Fischer wird in britischen Hoheitsgewässern gefangen.

Deshalb, so die Ministerin, sei es besonders wichtig, dass der Fischerei bei Brexit-Gesprächen zwischen der EU und Großbritannien viel Aufmerksamkeit gewidmet wird, wie sie am Dienstag gegenüber VRT NWS sagte: „Gleich übernimmt Deutschland den Vorsitz in der EU. Vorteil hier ist, dass auch Deutschland zu der Gruppe von 8 Ländern gehört, die die Folgen des Brexit für den Fischfang stark fühlen werden. Das beruhigt mich ein bisschen, denn auch sie werden aufmerksam sein und auf vernünftige Verhandlungen auf Ebene der Fischerei drängen.“

Wichtig sei, dass die derzeitigen Fangrechte bestehen bleiben und dass alle weiter Zugang zu den Gewässern der anderen Länder haben: „Es ist wichtig, dass wir das gemeinsam verwalten. Die Briten haben übrigens auch keine Flotte, die groß genug ist, um ihre eigenen Gewässer vollständig zu befischen.“

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