Nicolas Maeterlinck

Windenergie in Belgien macht im Großen und im Kleinen Schule

Belgien liegt im weltweiten Ranking der Länder, die Strom mit Offshore-Windparks im Meer produzieren, auf Rang vier. Dazu trägt auch der im Mai ans Netz gegangene Windpark „Northwester 2“ bei. Die Windräder vor der belgischen Küste haben inzwischen eine Produktionskapazität von 1.775 Megawatt. In Hasselt (Prov. Limburg) produzieren kleine Windmühlen Strom auf den Dächern von Gebäuden des sozialen Wohnungsbaus. 

Die bisher vor der belgischen Nordseeküste produzierenden Windkraftanlagen sorgen mit ihren 1.775 Megawatt für die Elektrizitätsversorgung von rund 1,8 Millionen Haushalten bei, so der Dachverband der hiesigen Offshore-Anlagenbetreiber „Belgian Offshore Platform“ (BOP). Inzwischen hat Belgien in dieser Hinsicht sogar Dänemark (rund 1.700 Megawatt) hinter sich gelassen. Dort werden derzeit rund 1.700 Megawatt Strom über Offshore-Anlagen produziert.

Gegen Jahresende kommt mit der „SeaMade“-Anlage noch ein weiterer Standort vor der belgischen Nordseeküste hinzu. Dann erreicht unser Land eine Kapazität von 2.262 Megawatt - laut BOP entspricht dies dann insgesamt dem Verbrauch von 2,2 Millionen Haushalten in unserem Land. Den meisten Strom aus Offshore-Windparks bezieht Großbritannien (rund 10.000 Megawatt) vor Deutschland (rund 7.700 Megawatt) und China (rund 7.000 Megawatt).

Kleine Anlage

Doch auch kleinere bis sehr kleine Windkraftanlagen tragen zur Produktion von nachhaltigem Strom in unserem Land bei. In Hasselt, der Hauptstadt der flämischen Provinz Limburg, versorgt eine Windmühle auf einem Dach eines Wohnblocks (Foto unten) des kommunalen Sozialhilfezentrums im Ortsteil Kuringen 68 Sozialwohnungen mit Elektrizität.

Mit dieser ersten Anlage ihrer Art im belgischen Bundesland Flandern soll die Stromversorgung auf lokaler Ebene zum einen grüner werden und zum anderen die Stromrechnung der Mieter dieser Sozialwohnungen senken. Diese Wohnanlage wurde beim Bau auch schon mit einem Wärmenetz mit Erdwärme vorgesehen, die alle Wohnungen über speziell isolierte Wasserleitungen ständig mit 60 bis 70°C warmem Wasser versorgt. 

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