Ab dem 1. Juli: Neuerungen im Gesundheitswesen in Belgien

Auch an diesem 1. Juli, dem offiziellen Starttag der Sommerferien in Belgien, treten einige Neuerungen in Kraft, die den einen oder anderen Zeitgenossen betreffen. Einiges davon betrifft das belgische Gesundheitswesen.

Günstigere Medikamente

Seit dem Stichtag 1. Juli sind die Preise für eine ganze Reihe Medikamente in Belgien gesunken. Dies ist eine Folge von Maßnahmen, zu denen die hiesige Bundesregierung die Pharmaindustrie im Zuge von Einsparungen verpflichtet hat. Ein Teil dieser Einsparungen erfolgt zugunsten der Patienten. Bei diesen sinkt der Eigenanteil beim Kauf von Mitteln gegen Osteoporose, Asthma, Bluthochdruck, Epilepsie, Alzheimer, Depressionen und gegen bestimmte Formen von Krebs. Insgesamt können die Patienten so auf Jahresbasis von über 50 Mio. € an Einsparungen profitieren. In anderen Bereichen betreffen diese Sparmaßnahmen die Ausgabenseite des belgischen Staates, der damit weitere Mittel in die Gesundheitsinfrastruktur bzw. in innovative Behandlungen von Patienten investieren kann.

Organspende wird einfacher

In Belgien lebende Personen, die Organspender werden wollen, können dies den Behörden inzwischen auf einfacherem Wege melden und müssen deswegen nicht mehr bei ihrer Gemeinde- oder Stadtverwaltung vorstellig werden. Sie können ihre entsprechende Willenserklärung entweder online oder bei ihrem Hausarzt registrieren lassen. Bei einer Online-Registrierung müssen Interessierte über die Webseite des belgischen Gesundheitsministeriums www.meinegesundheit.belgien.be konsultieren und sich mit dem elektronischen Ausweis, also mit der eID-Karte einloggen. Dann kann dies auch der Hausarzt konsultieren. Im Prinzip ist jeder Belgier Organspender, es sei denn, der Verstorbene hat sich explizit dagegen entschieden. In der Praxis jedoch entnehmen Mediziner in Belgien einem Verstorbenen niemals ungefragt Organe. Ist ein Organ dringend nötig, werden stets die Angehörigen befragt. Doch diese wissen vielleicht nicht, ob es eine Erklärung gegen eine Organentnahme gibt. Auf elektronischem Wege können sich alle Beteiligten in solchen Fragen vergewissern. 

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