fotografie peter Hilz (C)

Ab dem 1. Juli: Neuerungen im Verkehrswesen in Belgien

Auch an diesem 1. Juli, dem offiziellen Starttag der Sommerferien in Belgien, treten einige Neuerungen in Kraft, die den einen oder anderen Zeitgenossen betreffen. Vieles davon betrifft die Autofahrer und das Verkehrswesen insgesamt.

Die „Grüne Karte“ verschwindet

Die „Grüne Karte“, die in Belgien bekannte typische offizielle internationale Versicherungskarte für Motorfahrzeuge, verliert ihre grüne Farbe und erhält einen weißen Hintergrund. Zudem sind die Versicherungsgesellschaften nicht mehr dazu gezwungen, Fahrzeughaltern eine auf Papier ausgedruckte Version dieser Karte auszuhändigen. Das kann jetzt auch auf elektronischem Wege geschehen. Trotzdem muss diese Versicherungskarte um gültig zu sein, beim Ausdrucken einigen Kriterien entsprechen. Sie darf nicht größer als DIN-A4 sein und sie muss in einer der drei in Belgien geltenden Landessprachen ausgeführt sein: Niederländisch, Französisch oder Deutsch. Doch, es ist auch zulässig, dass der Fahrzeughalter und alle anderen, die das betreffende Fahrzeug ebenfalls nutzen, diese Versicherungskarte auf ihrem Smartphone speichern und diese stets vorzeigen können. Diese Umstellung geschieht sukzessive in den kommenden anderthalb Jahren, also bis zum 31. Dezember 2021. Bis dann sind auch die „Grünen Karten“ noch gültig.

Umweltzone Brüssel - Bußgelder

Ab sofort belegt Brüssel wieder Fahrzeuge, die den Bedingungen der hier geltenden Umweltzone nicht entsprechen, mit Bußgeldern. Durch die Corona-Krise waren entsprechende Ahndungen ausgesetzt. Doch ab diesem 1. Juli ist Schluss damit. Ausnahmen gelten nur noch für Personen mit einer Behinderung, für Personen, die auf gesundheitliche Hilfe angewiesen sind.

LKW-Maut in Flandern: Neue Tarife

Seit dem 1. Juli gelten neue Tarife bei der kilometerbezogenen LKW-Maut im belgischen Bundesland Flandern. Leichtere Lastwagen (3,5 bis 12 Tonnen) zahlen eine niedrigere Maut, wenn sie der Euronorm 0 entsprechen (die umweltschädlichste Norm): 12,2 Eurocent pro km statt 15,4 Eurocent. Für solche LKW sinkt auch die Maut für Fahrzeuge der Euronorm 6 (die umweltfreundlichste Norm) und zwar von 7,8 auf 4,6 Eurocent. Bei den höheren Tonnagen bis maximal 32 Tonnen steigen die Gebühren auf 15,7 Eurocent für Euronorm 6 bzw. auf 23,4 Eurocent für Euronorm 0 pro km. In Brüssel steigen die LKW-Mautgebühren mit dem Index und in der Wallonie bleibt die Maut unverändert.

Fahrrad: Vergütungen für Pendler und kostenlose Mitnahme im Zug

Ab dem 1. Juli werden Fahrrad-Vergütungen von Seite der Arbeitgeber für die Angestellten verpflichtet. Dies wurde bei den letzten Tarifverhandlungen für den Angestelltensektor so beschlossen und tritt jetzt in Kraft. Das trifft für 55.000 Unternehmen, respektive für 440.000 Arbeitnehmer zu. Angestellte, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, erhalten demnach 0,10 Eurocent pro km bei einem maximalen Tagessatz von 4 Euro.

Bis zum 31. Dezember 2020 dürfen Bahnreisende ihr Fahrrad übrigens kostenlos im Zug mitnehmen. Sie müssen dazu lediglich eine entsprechende Fahrkarte lösen, doch dies ist gratis. Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB ermöglicht dies auf Anordnung der belgischen Bundesregierung bis zum Jahresende. In den Zügen der belgischen Bahn sind übrigens ab sofort wieder Gruppenreisen erlaubt, was durch die Corona-Maßnahmen lange verboten war. Allerdings sind hier und bei allen anderen Bahnfahrten auch Mundschutzmasken, die auch die Nase bedecken, Pflicht.

Aus für die Magnetfahrkarte bei De Lijn in Flandern

Ab sofort sind die Magnet-Fahrkarten in den Bussen und Bahnen der regionalen flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn nur noch bei der Küstentram gültig und dies auch nur noch bis zum 30. September 2020. Das bedeutet, dass De Lijn seit dem 1. Juli nur noch die elektronischen MOBIB-Karten akzeptiert, auf der inzwischen alle hier gültigen Abos und Fahrkarten enthalten sind. Noch vorhandene Magnet-Fahrkarten werden bis zum 30. September in den Shops von De Lijn umgetauscht bzw online auf eine SMS-Fahrkarte umgebucht. 

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