Brussels Airlines muss zehntausende Flugtickets umbuchen

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines wird gerade von tausenden von Klagen durch Fluggäste überschwemmt. Deren Flüge wurden gerade entweder annulliert oder verlegt. Diese Flüge waren schon vor dem Corona-Lockdown für die Monate September und Oktober gebucht worden, doch diese Woche veröffentlichte Brussels Airlines sein neuen Flugpläne, die allerdings völlig anders aussehen, als noch vor Monaten geplant war. Inzwischen drängt die Tatsache, dass es seit längerem keinen geregelten Flugbetrieb mehr gibt, die belgische Flugsicherung Skeyes an den Rand des Abgrunds.

Am Montag veröffentlichte Brussels Airlines seine neuen und angepassten Flugpläne für September und Oktober. Diese sehen allerdings völlig anders aus, als die, die vor dem Lockdown bekannt waren und nach denen seinerzeit auch gebucht wurde. Jetzt aber finden deutlich weniger Flüge statt und um Rahmen des Sparpakets bei BA sind auch nicht wenige Flugziele gestrichen worden.

Kein Wunder, dass jetzt zehntausende betroffene Flugreisende versuchen, umzubuchen. Doch dies muss manuell vorgenommen werden und das braucht Zeit. Seit Montag erreichten die Mitarbeiter von BA rund 55.000 Anrufe (normal wären etwa 3.000 Anrufe pro Tag). Viele der Betroffenen kommen nicht durch.

Brussels Airlines bittet jetzt die entsprechenden Fluggäste darum, noch etwas Geduld zu haben. BA-Sprecherin Maaike Andries sagte dazu: „So können wir uns ganz auf die Kunden konzentrieren, die in den kommenden Wochen fliegen wollen.“ Inzwischen seien alle Fluggäste für Flüge im September und Oktober kontaktiert worden. Sie können entweder umbuchen oder ihren Flug stornieren und erhalten ihr Geld für ihre Tickets zurück.

Skeyes in Finanznot

Inzwischen sorgt die weltweite Coronakrise dafür, dass das gesamte Flugwesen enorme Verluste erleidet. Das betrifft auch die belgische Flugsicherung Skeyes (früher Belgocontrol). Diese finanziert sich zu einem Großteil aus den Gebühren für von ihr begleitete Starts und Landungen am Brussels Airport in Zaventem. Doch diese Einnahmen sind fast völlig weggebrochen (ein Verlust von offenbar rund 100 Mio. €) und die Behörde steht vor dem Konkurs.

Jetzt stellt die europäische Flugsicherung Eurocontrol Skeyes eine Kreditlinie zur Verfügung, um die ärgste Not zu lindern, denn gerade steigt die Zahl der Flugbewegungen wieder, wenn auch in nur bescheidenem Maße. Doch vorerst kann die belgische Flugsicherung weitermachen, aber die Verluste sollen derart hoch sein, dass weitere Finanzhilfen notwendig sein werden. 

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