Junge Leute, die ihre ersten Schritte auf dem Arbeitsmarkt in Belgien machen, haben es durch die Coronakrise gerade besonders schwer
Richard Brocken/HH

Die Arbeitslosigkeit in Flandern liegt deutlich höher als vor einem Jahr

Im Juni ist die Arbeitslosigkeit im belgischen Bundesland Flandern im Vergleich zum Monat Mai zwar etwas gesunken, doch auf Jahresbasis sieht die Lage völlig anders aus. Gegenüber Juni 2019 ist die Quote um 11,8 % angestiegen, wie das regionale Arbeitsamt VDAB und das Landesarbeitsministerium bekanntgeben. Auch in den anderen Landesteilen zeigen sich die Auswirkungen der Coronakrise am Arbeitsmarkt.

Die Coronakrise zeigt sich auch und gerade am Arbeitsmarkt. In Flandern ist die Arbeitslosigkeit im Laufe eines Jahres um 11,8 % angestiegen, die das flämische Arbeitsamt VDAB und Landesarbeitsministerin Hilde Crevits (CD&V) mitteilen. Doch auch in den anderen Landesteilen ist die Arbeitslosigkeit leicht angestiegen.

In der Wallonie ist sie zwar nur leicht gestiegen, doch laut Forem ist die Entwicklung dort ähnlich. Nach Angaben von Acritis in der Region Brüssel-Hauptstadt ist die Arbeitslosigkeit seit Juni 2019 zwar etwas gesunken, doch im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit gibt es dort eine starke Zunahme.

Konkret waren in Flandern im Mai 2020 etwa 198.000 Personen auf Arbeitsuche. Im Juni ist die Zahl leicht auf 195.680 gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt in Flandern bei 6,34 % der aktiven Bevölkerung. Doch, wie die Zahlen oben belegen, gibt es im Laufe der vergangenen 12 Monate einen Anstieg um 11,8 %. Hier ist der Anstieg bei den 25- bis 40-Jährigen am größten (+ 16,1 %).

Landesarbeitsministerin Hilde Crevits (CD&V) stellt fest, dass die Coronakrise ihre Auswirkungen zeigt, auch wenn es mittlerweile wieder leicht positive Signale gebe: „Die Wirtschaft ist inzwischen wieder fast voll in Gang gekommen. Das wird einen Effekt auf den Arbeitsmarkt haben. Doch es bleibt wichtig, in der kommenden Periode allen Parametern genau zu folgen und Arbeitsuchenden zielgerichtet zu begleiten, sie auszubilden oder umzuschulen und ihnen zu nachhaltiger Arbeit zu verhelfen.“

Die Wirtschaft ist inzwischen wieder fast voll in Gang gekommen. Das wird einen Effekt auf den Arbeitsmarkt haben.“

Flanderns Arbeitsministerin Hilde Crevits

In der Wallonie waren im Juni 2020 genau 207.159 Personen arbeitslos gemeldet, ein Anstieg um 7,8 % auf Jahresbasis. Hier stieg die Jugendarbeitslosigkeit (bei den unter 25-Jährigen) stark um 16,8 %. Gegenüber Mai 2020 gab es aber im Juni hier „nur“ einen Anstieg um 0,2 %. Dies wertet das wallonische Arbeitsamt Forem als ein positives Zeichen, denn dies zeige, dass sich die Epidemie nur wenig auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar mache.

In der Region Brüssel-Hauptstadt sank die Zahl der Arbeitslosen von Juni 2019 bis Juni 2020 auf 85.401 Betroffene, was einem Rückgang um 204 Personen entspricht. Damit liegt die Arbeitslosenquote in der Hauptstadt-Region derzeit bei 15,2 %.

Doch im Bereich der unter 25-Jährigen ist der Anstieg um 13,5 % sehr hoch. Dies legt aber laut Arbeitsamt Actiris an der Tatsache, dass sich gerade viele Studienabgänger als Arbeitsuchende melden. Für jüngere Menschen, die sich gerade jetzt während dieser Gesundheitskrise zum ersten Mal auf Suche nach einem Job begeben, gebe es derzeit leider nur wenige Chancen und Möglichkeiten. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten