Finanz-Webshops: „Alles im Angebot, von Luxusautos von Kriminellen bis zu Militärkasernen"

Im vergangenen Jahr erzielte der Webshop des belgischen Finanzministeriums mit dem Verkauf von öffentlichen Gebäuden, Grundstücken und beschlagnahmten Gütern von Kriminellen einen Rekordbetrag. Das berichtet die Zeitung „Het Nieuwsblad“ in ihrer Wochenendausgabe. Insgesamt erbrachten diese Online-Versteigerungen im vergangenen Jahr fast 390 Millionen Euro ein. Vor allem der Verkauf von Immobilien führte zu diesem Rekordbetrag.

Das Finanzministerium erwirtschaftete 2019 mit den Verkauf von beweglichem und unbeweglichem Güter etwa 390 Millionen Euro. Dazu gehörten unter anderem Gebäude, die der belgische Staat verkaufte, aber auch beschlagnahmte Autos von Kriminellen, Lagerbestände von Markenkleidung und ausrangierte Möbel aus öffentlichen Gebäuden.

Es ist vor allem der Verkauf von Immobilien, der zu diesem Rekordbetrag im Jahr 2019 geführt hat. "Es handelt sich dabei um Verwaltungsgebäude, aber auch um beschlagnahmte Häuser oder Militärgelände. Auf diese Weise haben wir im vergangenen Jahr 374 Millionen Euro eingenommen, ein absoluter Rekord", sagt Francis Adyns, Sprecher vom FÖD Finanzen, dem belgischen Finanzministerium. Der letzte Rekord geht auf das Jahr 2014 zurück, als der Verkauf von Immobilien 135 Millionen Euro einbrachte.

Jedes kleine bisschen hilft, den Staatshaushalt auszugleichen, also ist dies ein Glücksfall.
Francis Adyns, Sprecher vom FÖD Finanzen, dem belgischen Finanzministerium

Im Jahr 2019 brachte der Verkauf von beweglichem Vermögen durch die Finanzverwaltung etwas weniger ein als üblich. "So nahmen wir 2019 12,6 Millionen Euro ein. Normalerweise liegt dieser Ertrag bei etwa 20 Millionen. Dort kommen die meisten Einnahmen aus beschlagnahmten Autos. Aber auch Pakete, die nie von Bpost abgeholt wurden oder Gegenstände, die in öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelassen wurden".

Versteigerung

Der FÖD Finanzen verkauft all diese unbeweglichen und beweglichen Vermögenswerte über seine beiden Webshops, Fin Shop und Finimmoweb. "Wir verkaufen alles, auch sehr außergewöhnliche Gegenstände wie Schlösser und Kasernen. Jeder kann auf diese Immobilie bieten, es gibt einen festen Preis, und dann hängt es von den Geboten ab, ob Sie ein echtes Schnäppchen machen können oder ob der Preis erhöht wird".

Das Geld, das aus all diesen Verkäufen stammt, geht an die Regierung. "In einigen Fällen landet dieses Geld in der Bundeskasse. In anderen Fällen bei den belgischen Bundesländern, die Regionen. Das gilt auch für Immobilien, die wir für die belgische Gebäudeverwaltung oder das Verteidigungsministerium verkaufen. Diese Einnahmen sind für sie".

Die Einnahmen aus den Verkäufen sind für die Regierung wichtig. "Wir sprechen hier von Erlösen im Wert von ein paar hundert Millionen Euro, das ist eine große Summe. Jedes kleine bisschen hilft, den Haushalt auszugleichen, also ist dies ein Glücksfall", schließt Adyns.

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