Belgiens Arbeitsmarkt hinkt in der EU hinterher - Regional steht Flandern am besten da

Der belgische Arbeitsmarkt hinkt im Vergleich mit dem Durchschnitt in der Europäischen Union hinterher. Der Arbeitsgrad stieg zwischen 2017 und 2019 von 68,5 % auf 70,5 %, doch dies kann die eher schwache Position unseres Landes innerhalb Europas nicht wirklich verbessern, die eine Analyse des belgischen HR-Dienstleisters Randstad feststellt. Auf Landesebene in Belgien steht Flandern derzeit am besten da.

Zwischen 2017 und 2019 stieg der Arbeitsgrad in der EU von 72,1 % auf 73,9 %. Belgien steht mit derzeit 70,5 % auf dem 24. Platz von insgesamt 28 Mitgliedsstaaten der Union. Im belgischen Bundesland Flandern stieg dieser Messwert für die Zahl der Beschäftigten innerhalb der aktiven Bevölkerung im oben genannten Zeitraum um 2,5 %. In der Wallonie liegt dieser Wert derzeit bei 1,4 % und in der Region Brüssel-Hauptstadt sogar nur bei 0,9 %.

Der Personaldienstleister Randstad hält die Tatsache, dass Länder und Regionen in dieser Hinsicht soweit auseinanderdriften. Das HR-Unternehmen stellt fest, dass die Kluft zwischen Flandern (75,5 %) und Wallonien (64,6 %) inzwischen 11 % beträgt. Zwischen Flandern und der Brüsseler Region (61,7 %) ist die Kluft mit rund 14 % noch größer.

Flandern im EU-Durchschnitt

Flandern steht hier im EU-Durchschnitt etwa im Mittelfeld. Diese positive Entwicklung in Flandern zeigt sich aktuell auch im Bereich der offenen Stellen. Laut flämisches Arbeitsamt meldeten die Arbeitgeber in der Region im Juni insgesamt 21.355 offene Stellen. Das entspricht einem Anstieg um rund 5.000 Stellenangeboten im Vergleich zum Vormonat Mai und liegt auf dem gleichen Wert wie im Juni 2019.

Damit zeigt sich auch der Neustart der Wirtschaft im Zuge der sukzessiven Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Gesucht werden derzeit vor allem Arbeitnehmer für die Bereiche Getränke- und Lebensmittelindustrie, für den Bereich Tabak (Anbau, Herstellung, Vertrieb), für den Landschafts- und Gartenbau und nicht zuletzt natürlich auch für den Pflegebereich. In der Gastronomie und im Tourismussektor sind die Unternehmer derzeit noch zurückhaltend und versuchen eher, das bisherige Personal halte zu können, bzw. die Kurzarbeiter wieder einzustellen.

Meist gelesen auf VRT Nachrichten