Belgien hat die Maskenpflicht u.a. beim Einkaufen eingeführt

Der durch die Ministerpräsidenten aus Ländern und Regionen ergänzte Ministerrat der belgischen Bundesregierung hat am Donnerstagabend dann doch die Maskenpflicht in Geschäften und Warenhäusern beschlossen. Sie gilt ab diesem Samstag. Diese Maskenpflicht gilt aber auch für andere Bereiche, wie z.B. in Kinos und anderen Sälen. Die Regierung vereinbarte dies gemeinsam mit der GEES-Gruppe, eine Expertengruppe, mit der die Corona-Exit-Strategie besprochen wird.Inzwischen ist auch die Höhe der Bußgelder bekannt, die verhängt werden können, falls die Maskenpflicht in dieser Form nicht eingehalten wird.

Die Regierung beugt sich mit dieser Entscheidung dem Druck von außen. Nicht nur Mediziner und Virologen fordern eine solche Mund- und Nasenschutz-Maskenpflicht für ganz Belgien, sondern auch der Hohe Gesundheitsrat, die Gewerkschaften der Beschäftigten im Einzelhandel und andere mehr. Nicht zuletzt haben Umfragen ergeben, dass die Mehrheit der belgischen Bevölkerung eine solche Mundmaskenpflicht begrüßen würde. Diese Zustimmung ist bei der letzten Erhebung sogar noch gestiegen.

Beim Hohen Gesundheitsrat hieß es dazu am Donnerstag, eine solche Verpflichtung sei aus vielen Gründen nötig, z.B. zum Schutz von Kunden und Personal beim Einkaufen: „Eine Mundmaske schützt zum einen andere und sie erinnert zum anderen den Träger und seine Umgebung daran, dass das Coronavirus noch nicht verschwunden ist.“

Der erweiterte Ministerrat der belgischen Bundesregierung hat diese Maskenpflicht am Donnerstagabend beschlossen und angekündigt, nach dem er sich ein weiteres Mal mit der GEES-Gruppe getroffen hat, um gerade dieses Thema zu besprechen. Diese Expertengruppe zur Exit-Strategie besteht aus Medizinern und Juristen sowie aus Vertretern der Wirtschaft und der sozialen Ebene.

Diese Maskenpflicht, bei der es gilt Mundschutzmasken zu tragen, die auch die Nase bedecken, wird nicht nur beim Einkaufen in Geschäften und Warenhäusern sowie auf Wochenmärkten eingeführt, sondern auch bei Kino- und Museumsbesuchen, bei Konzerten und im Theater und sogar in Bibliotheken, Museen, Konferenzräumen, Auditorien und in Gebetshäusern.

„Diese Liste kann nach einiger Zeit verlängert werden, abhängig von der epidemiologischen Entwicklung in unserem Land. Das Tragen von Mundmasken bleibt weiter dringend auch in anderen Bereichen empfohlen“, verlautete dazu aus dem Kabinett von Premierministerin Sophie Wilmès (MR). Bei Verstößen gegen diese Maskenpflicht drohen Bußgelder und andere strafrechtliche Konsequenzen. 

Inzwischen ist auch die Höhe der Bußgelder bekannt, die verhängt werden können, falls die Maskenpflicht in dieser Form nicht eingehalten wird: Das Nicht-Tragen einer Mundschutzmaske in eine Geschäft wird mit 250 € geahndet, die direkt eingefordert werden. Händler oder Geschäftsleute, die keine Maske tragen, müssen mit einem Bußgeld von 750 € rechnen. Eine Verweigerung oder mehrmaliges Übertreten der Maskenpflicht kann bis zu 4.000 € kosten oder wird mit Haftstrafen von zwischen 8 Tagen und 3 Monaten bestraft werden. 

Diese Maskenpflicht gilt nicht für Kinder unter 12 Jahren und auch nicht für Personen, die nachweislich aus medizinischen oder gesundheitlichen Gründen eine solche Maske nicht tragen können oder dürfen.

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