Eine Webseite für Belgier, die im Ausland Opfer eines Terroranschlags werden

Aus Belgien kommende Opfer von terroristischen Anschlägen im Ausland können ab sofort eine Webseite konsultieren, auf der sie Antworten auf alle möglichen Fragen auf medizinischer, finanzieller und juristischer Ebene finden. Diese Webseite wurde auf Drängen von verschiedenen Opferverbänden eingerichtet.

Bei den Anschlägen auf das Nationalmuseum von Tunis 2015, auf einen Nachtclub in Istanbul 2017 und auf die Ramblas in Barcelona im gleichen Jahr gehörten auch Touristen aus Belgien zu den Opfern. Neben der Verarbeitung eines Traumas nach solchen Ereignissen oder der Trauer um bei einem Anschlag (im Ausland) ums Leben gekommenen Angehörigen, fällt auch eine enorme Menge an Papierkram und Verwaltungsarbeit an.

Gleichzeitig steht auch die Suche nach Hilfe und/oder Begleitung an. Nicht selten scheiterten Betroffene oder deren Angehörige in der Vergangenheit daran, weil sie nirgendwo eine direkte Anlaufstelle fanden.

Die neue Webseite „Anschläge Ausland“ (Link zur NL-Version) soll dem Abhilfe verschaffen. In einem ersten Schritt finden Opfer hierüber den Weg zu Informationen, die sie direkt nach einem Anschlag im Ausland brauchen, z.B. auf konsularischer Ebene oder bei den Botschaften. Über ein Konsulat oder eine Botschaft kommt es zu einem direkten Kontakt mit dem belgischen Außenministerium in Brüssel.

In einer zweiten Instanz bietet diese Webseite den Weg zu psychologischer Hilfe, zu juristischem Beistand, zu Antworten auf versicherungstechnische Fragen und zu staatlicher Unterstützung. Mehrere Opferverbände in Belgien hatten auf eine solche Webseite, die alle möglichen Informationen bündelt, gedrängt, z.B. die Vereinigungen „V-Europe“ und „Life4Brussels“.

Zu diesen Verbänden finden Betroffene auf dieser neuen Webseite übrigens einen direkten Link. Leider, wie so oft auf wichtigen Webseiten, die zu staatlichen Behörden oder zu Ministerien gehören, ist diese Webseite nur in den Landessprachen Französisch und Niederländisch zu finden. Eine deutschsprachige Version für die dritte Landessprache in Belgien ist ebenso wenig zu finden, wie eine englische Version für in Belgien lebende Expats oder Einwanderer. 

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